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Ab sofort: Schweden schafft Subvention für E-Autos ab

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Zuletzt wurde er gekürzt, nun ist er komplett abgeschafft worden: der Bonus für Elektrofahrzeuge. Schweden hat mit dieser Blitzankündigung so manche E-Auto-Käufer geschockt
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Wer in Schweden ab dem 8. November ein Elektroauto kauft, erhält keinen Bonus mehr vom Staat. Dies hatte das Umweltministerium in einer Pressemitteilung erklärt – nur einen Tag bevor das neue Gesetz in Kraft tritt. Der sogenannte „Klimabonus“ ist aus der Sicht der neuen Regierung Schwedens hinfällig geworden.

Der Grund: Die Kosten für den Besitz und das Führen eines Elektroautos seien inzwischen vergleichbar mit denen eines Benzin- oder Dieselfahrzeugs. Außerdem ist rund die Hälfte aller neu gekauften Wagen elektrisch betrieben. Staatliche Subventionen könnten daher nicht mehr gerechtfertigt werden.

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„Klimabonus-Auto“ bekommt neue Definition

Zuvor galt, wer ein E-Auto kauft, das weniger als 60 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstößt, hatte Anspruch auf den „Klimabonus“. Diese Definition wurde ebenfalls geändert: Ab dem 1. Januar 2023 gelten nur noch Neuwagen mit einem CO₂-Ausstoß von weniger als 30 g/km als „Klimabonus-Auto“. Käufer müssen nachweisen können, dass der Kauf oder die Bestellung bis zum 8. November erfolgt war, sonst gehen auch sie leer aus.

Da die Subvention in der Regel nicht früher als sechs Monate nach der Zulassung des Autos ausgezahlt wird, dürfte die Blitzankündigung der Regierung auf so manche verärgerte Neuwagenbesitzer treffen.

Nun werden Befürchtungen laut, die Kürzung der Subvention könnte sich negativ auf den Elektromobilmarkt auswirken. Der Branchenverband Mobility Sweden geht davon aus, dass der Absatz von Elektroautos stark zurückgehen würde. „Wir sind von dieser Entscheidung ziemlich überrascht“, sagte eine Sprecherin der Branche. Denn zunächst hatte es noch geheißen, der Bonus sollte zum 1. Januar 2023 von 70.000 auf 50.000 Kronen (von ca. 2900 auf 2000 Euro) gekürzt werden. Jetzt ist er komplett gestrichen worden.

Dabei ist der Absatz der Elektrofahrzeuge seit letztem Jahr dank der üppigen Subvention sowie der stark gestiegenen Benzin- und Dieselpreise erst so richtig in Schwung gekommen.

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Nord-Süd-Gefälle bei der Elektromobilität

Die skandinavischen Länder gelten im internationalen Vergleich als Vorreiter bei der Elektromobilität. Wie das Magazin „Autogazette“ feststellt, gibt es beim Elektroauto in Europa ein „Nord-Süd-Gefälle“.

In den nördlichen Ländern haben reine Batterie-Pkw einen Marktanteil von 15 Prozent, während die Quote im Süden bei nur 3,8 Prozent liegt. Dabei hat Norwegen mit Abstand den höchsten E-Auto-Anteil von 74 Prozent, gefolgt von Island (35 Prozent) und Schweden (30 Prozent). Deutschland liegt mit 9,7 Prozent im Mittelfeld.

Auch bei der Innovation wird in Schweden kräftig investiert. So plant etwa der schwedische Automobilhersteller Volvo bis 2030 jedes Jahr ein neues Elektroauto auf den Markt zu bringen. Kürzere Ladezeiten, bessere Batterien, die für eine Reichweite von bis zu 1.000 km reichen sollte – daran wird noch gearbeitet. Volta Truck, ein schwedisches Start-up, arbeitet an vier Elektro-Lkw, die bis zum Jahr 2025 marktreif seien.

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Mangel an Ladestationen

Da immer mehr Menschen Elektroautos kaufen, hat in Schweden auch der Mangel an öffentlichen Ladestationen zugenommen. Trotz immenser Investition in die Ladeinfrastruktur könne der Ausbau nicht mit dem enormen Wachstum des Elektromobilmarktes Schritt halten, so das Nachrichtenportal „Allt om Elbil“.

Laut EU-Empfehlung sollten für je zehn Elektrofahrzeuge mindestens eine Ladestation zur Verfügung stehen. Im Durchschnitt kommen in Schweden in diesem Jahr 24 E-Autos auf eine Ladesäule. Folgt man der EU-Richtlinie, so bräuchte das Land insgesamt zusätzliche 23.500 öffentliche Ladepunkte, um den derzeitigen Bestand an Elektroautos zu versorgen.

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Quelle

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