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Brasiliens Militär schmuggelte systematisch Drogen nach Europa

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Brasília. Angehörige der brasilianischen Streitkräfte haben über Jahre und unter verschiedenen Regierungen Drogen nach Europa geschmuggelt. Dies berichtet die brasilianische Bundespolizei Polícia Federal (PF) unter Berufung auf einen anonymen Zeugen. Dabei nutzten die Militärs die offiziellen Transatlantikflüge der brasilianischen Luftwaffe Força Aérea Brasileira (FAB), mit denen auch Regierungsmitglieder flogen.

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Nach Angaben des Polizeiinformanten begann der Drogenhandel nach Europa im Jahr 2013. Es wurden mindestens 30 internationale Reisen mit FAB-Flugzeugen durchgeführt. Dabei seien auf jeder Reise mindestens 10 Kilogramm Kokain transportiert worden, das ursprünglich aus Peru oder Kolumbien stammte. Für jedes Kilo Kokain zahlten die Schmuggler:innen 6.000 US-Dollar und verkauften es in Europa für 20.000 Euro pro Kilo weiter. Der für den jeweiligen Drogentransport angeheuerte Soldat habe 1.000 Euro pro transportiertem Kilo erhalten, berichtete der Zeuge den brasilianischen Ermittler:innen.

Zugang zu dem Netzwerk, an dem Militärs und Unternehmer:innen beteiligt sind, erhielt die anonyme Quelle laut eigener Aussage im Jahr 2018. Damals habe ein erfolgreicher Immobilienhändler versucht, einen Freund des Zeugen für den Kokainschmuggel anzuwerben. Laut lokalen Medien wurde der beschuldigte Immobilienhändler im Oktober 2021 verhaftet. Die Bundesjustiz ordnete später seine Freilassung an, allerdings wird weiter gegen ihn ermittelt.

Die Behörden stießen bei einem Flug des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro im Juni 2019 zum ersten Mal auf das Netzwerk. Bei einer Zwischenlandung Bolsonaros im spanischen Sevilla nahmen die lokalen Behörden einen Unteroffizier der FAB namens Manoel da Silva Rodrigues fest. Er transportierte 39 Kilogramm Kokain in einem Koffer und reiste in der Entourage des Präsidenten. Rodrigues wurde im Februar 2020 von der spanischen Justiz zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Aufdeckung führte jedoch nicht zur Zerschlagung des Rings. Vielmehr seien das Netzwerk und der Umfang der geschmuggelten Drogen seitdem gewachsen, zitiert das Nachrichtenportal UOL den anonymen Informanten. Das Volumen der geschmuggelten Drogen sei mittlerweile so groß, dass man Handelscontainer auf Schiffen verwende.

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Quelle

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