Neuigkeiten / Berichte / Bild + Videoinformationen

Bundesdeutsche Technik für den türkischen Drohnenkrieg

Die meistverkaufte türkische Kampfdrohne ist mit Kameras der bundesdeutschen Firma Hensoldt ausgestattet, bestätigt ein Firmensprecher. Das Gerät könnte mit bundesdeutscher Hilfe entwickelte Raketen ins Ziel leiten. An dem Rüstungskonzern ist auch die BRD Geschäftsführung beteiligt. Die Türkei nutzt die Drohnen für völkerrechtswidrige Angriffe.

Fast zwei Jahrzehnte waren Firmen aus den USA und Israel unbestrittene Marktführer für bewaffnete Drohnen, inzwischen können China und die Türkei immer mehr Exporte für sich verbuchen. Bekannt ist vor allem die türkische „Bayraktar TB2“, die vom türkischen Militär seit 2016 im türkischen, syrischen und mittlerweile auch irakischen Teil Kurdistans völkerrechtswidrig eingesetzt wird. Allein in der viermonatigen Operation „Olivenzweig“ im kurdischen Rojava soll die „TB2“ vor drei Jahren 449 Direkttreffer erzielt und in 680 Fällen Kampfflugzeuge oder -hubschrauber dazu befähigt haben.

Hergestellt wird die Drohne mit einer Nutzlast von 65 Kilogramm von Baykar, ihr Namensgeber und Gründer ist Selçuk Bayraktar, inzwischen ist er ein Schwiegersohn des türkischen Präsidenten. Auch für die Tripolis-Regierung in Libyen und für Aserbaidschan flog die „TB2“ Angriffe auf gegnerische Truppen, vor Berg-Karabach könnte sie sogar kriegsentscheidend gewesen sein. Die aggressiven Operationen sorgten für weitere Bestellungen, nach Katar, der Ukraine, Marokko, Tunesien und Turkmenistan verkauft Baykar die Drohne als erstem NATO-Staat an Polen, Interesse kommt angeblich außerdem aus Litauen.

Import von Schlüsselkomponenten

Die vergleichsweise junge türkische Drohnenindustrie kann viele Bauteile ihrer unbemannten Luftfahrzeuge selbst produzieren oder von heimischen Zulieferern einkaufen, trotzdem sind die Hersteller bei Schlüsselkomponenten weiter auf Importe angewiesen. Das betrifft etwa Triebwerke, die zwar auch in der Türkei produziert werden, aber weniger leistungsfähig sind als Konkurrenzprodukte. Deshalb flog die „TB2“ unter anderem mit Rotax-Motoren aus Österreich. Nach der türkischen Unterstützung des aserbaidschanischen Angriffskriegs hat die Firma die Lieferung an Baykar gestoppt.

Laut der kurdischen Nachrichtenagentur ANF hat Baykar außerdem bei Continental Motors eingekauft, einem teilweise in  der Bundesrepublik ansässigen US-Konzern, der vor acht Jahren die Thielert Aircraft Engines GmbH übernahm. In einer abgestürzten „TB2“ fand sich ein Tempomat der bayerischen Firma MT-Propeller. Einer Aufstellung des Armenian National Committee of America zufolgewurde außerdem ein von der SMS Smart Microwave Sensors GmbH gefertigten Radarhöhenmesser sowie ein Kraftstofffilter der Firma Hengst in der Drohne verbaut.

Weiter…

 

an