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Das Gegenmodell zur NWO des Westens

 

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Das Projekt „New World Order“ (Neue Weltordnung), in der die USA bzw. eine Riege von Oligarchen, die Regeln bestimmen und als Hegemon die ganze Welt beherrschen, dürfte inzwischen als gescheitert erkannt worden sein, auch wenn die deutschen Politiker der „staatstragenden“ Parteien und der Linkspartei offensichtlich noch daran glauben. Maßgeblich dafür verantwortlich sind die Protagonisten einer multipolaren Weltordnung. Der NATO-Krieg gegen Russland in der Ukraine ist nur ein Teil des entbrannten Krieges zwischen der unipolaren Welt und der neuen entstehenden multipolaren. Wenn man den deutschen Massenmedien zuhört, drehe sich alles darum, dass Russland wegen des Ukraine-Krieges und den Sanktionen in großen Schwierigkeiten sei, und Putin schon so gut wie gestürzt..
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Tatsächlich sind aber die sich entwickelnden Wirtschaftskorridore und -Verbindungen für Wohlstand und Frieden wichtiger als „ein Sieg“ in der Ukraine, während sich Deutschland selbst Lieferketten durch Sanktionen zerstört und wichtige Rohstoffe zur teuren Mangelware macht. Daher zunächst ein Bericht vom derzeit wieder sehr aktiven Pepe Escobar, der berichtet, dass Asiens Zukunft in Wladiwostok gestaltet wird. Danach ein ernüchternder neutraler Bericht aus indischer Sicht über die Krise in der Ukraine.

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Die Zukunft des Ostens

Escobar beschreibt, wie sich 68 Länder an Russlands fernöstlicher Küste trafen, um der Vision Russlands über die Zukunft der asiatischen Pazifikregion zuzuhören. Er schreibt, dass das Östliche Wirtschaftsforum (EEF) in Wladiwostok einer der unverzichtbaren jährlichen Meilensteine sei, wenn es darum gehe, nicht nur den komplexen Entwicklungsprozess des russischen Fernen Ostens zu verfolgen, sondern auch wichtige Weichen für die Integration Eurasiens zu beobachten.
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Das aktuelle Thema in Wladiwostok spiegele ein äußerst turbulentes Jahr 2022 “Auf dem Weg zu einer multipolaren Welt” wider. Er zitiert dann den russischen Präsident Wladimir Putin, der in einer kurzen Botschaft an die Teilnehmer aus Wirtschaft und Regierung aus 68 Ländern die Richtung vorgab:
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“Das überholte unipolare Modell wird durch eine neue Weltordnung ersetzt, die auf den Grundprinzipien der Gerechtigkeit und Gleichheit sowie der Anerkennung des Rechts jedes Staates und jedes Volkes auf einen eigenen souveränen Entwicklungsweg beruht. Gerade hier im asiatisch-pazifischen Raum bilden sich mächtige politische und wirtschaftliche Zentren heraus, die als treibende Kraft in diesem unumkehrbaren Prozess wirken”.
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In seiner Rede vor der EEF-Plenarsitzung wurde die Ukraine Escobar zufolge kaum erwähnt. Putins Antwort auf die Frage nach der Ukraine sei gewesen: “Ist dieses Land Teil des asiatisch-pazifischen Raums?
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Die Rede war weitgehend als ernsthafte Botschaft an den kollektiven Westen sowie an das, was der Top-Analyst Sergej Karaganow die “globale Mehrheit” nennt, aufgebaut, meint Escobar. Unter den zahlreichen Schlussfolgerungen seien unter anderen die folgenden vielleicht die wichtigsten:
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*    Russland wird als souveräner Staat seine Interessen verteidigen.

*    Das “Sanktionsfieber” des Westens bedroht die Welt – und die Wirtschaftskrisen werden auch nach der Pandemie nicht verschwinden.

*    Die Sanktionen gegen Russland führen zur Schließung von Unternehmen in Europa. Russland sieht sich mit wirtschaftlichen und technischen Aggressionen aus dem Westen konfrontiert.

*    Die Inflation bricht in den Industrieländern Rekorde. In Russland liegt sie bei etwa 12 Prozent.

*    Russland hat bei den Getreideexporten aus der Ukraine eine Rolle gespielt, aber die meisten Lieferungen gingen an EU-Länder und nicht an Entwicklungsländer.

*    Die Rolle des asiatisch-pazifischen Raums hat deutlich zugenommen.
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Asien ist das neue Epizentrum des technischen Fortschritts und der Produktivität und kein „Kolonisierungsobjekt“ mehr.
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Nur zwei Wochen vor einem anderen wichtigen jährlichen Treffen – dem Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Samarkand – sei es kein Wunder, dass sich einige der wichtigsten Diskussionen auf dem EEF um die zunehmende wirtschaftliche Verflechtung zwischen der SOZ und dem Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) drehen.
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Dieses Thema sei ebenso wichtig wie die Entwicklung der russischen Arktis: Mit 41 Prozent des Gesamtterritoriums handele es sich um die größte Ressourcenbasis der Föderation, die sich auf neun Regionen verteile und die größte Sonderwirtschaftszone der Welt umfasst, die mit dem Freihafen von Wladiwostok verbunden ist.
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Inmitten einer Fülle von Rundtischgesprächen, die sich mit Themen wie der Macht des Territoriums, Lieferketten und globaler Bildung bis hin Wissenschaft, Natur, Mensch befassten, drehte sich die wichtigste Diskussion am Dienstag auf dem Forum wohl um die Rolle der SOZ, meldet der Autor.
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Neben den derzeitigen Vollmitgliedern – Russland, China, Indien, Pakistan, vier zentralasiatische Staaten (Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan) und dem kürzlich beigetretenen Iran – wollen nicht weniger als 11 weitere Staaten beitreten, vom Beobachter Afghanistan bis zum Dialogpartner Türkei.
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Dann zeigt der Artikel auf, dass das wirtschaftliche, politische und wissenschaftliche Potenzial der Akteure, die das “Gravitationszentrum” Asiens bilden – mehr als ein Viertel des weltweiten BIP und 50 Prozent der Weltbevölkerung – noch nicht voll ausschöpfe.
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Kirill Barsky vom Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen erläuterte Escobar zufolge, dass die SOZ gemäß ihrer Charta das Modell der Multipolarität darstellt, das den vom Westen eingeleiteten “zerstörerischen Prozessen” gegenüberstehe. Und das führe zur wirtschaftlichen Agenda im eurasischen Integrationsprozess, wobei die von Russland geführte Eurasische Wirtschaftsunion (EAEU) als wichtigster Partner der SOZ gelte.
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Barsky, so der Autor weiter, bezeichne die SOZ als “die zentrale eurasische Struktur, die die Agenda von Groß-Eurasien innerhalb eines Netzwerks von Partnerschaftsorganisationen bildet“. Hier komme die Bedeutung der Zusammenarbeit mit ASEAN zum Tragen.
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Barsky, so Escobar, konnte nicht umhin, an Mackinder, Spykman und Brzezinski zu erinnern, die Eurasien

als ein Objekt betrachteten, auf das nach den Wünschen westlicher Staaten hin gehandelt wurde, eingegrenzt auf den Kontinent, weit weg von den Meeresküsten, damit die westliche Welt in einer globalen Konfrontation zu Land und zu Wasser dominieren konnte. Die SOZ, wie sie sich entwickelt hat, kann über diese negativen Konzepte triumphieren“.
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Und hier treffe man auf eine Vorstellung, die von Teheran bis Wladiwostok weithin geteilt werde: Eurasien sei nicht länger “ein Objekt der Kolonisierung durch das ‘zivilisierte Europa’, sondern wieder ein Akteur der globalen Politik“.
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Ein chinesischer Wissenschaftler führte dann aus, dass die SOZ ihre Rolle als Dialogforum für Staaten mit einer schwierigen Konfliktgeschichte nutzen sollte, statt sich in ein „politisches Instrument“ zu verwandeln. Wo Interaktionen schwierig seien, solle man sich auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit “in den Bereichen Gesundheit, Energie, Lebensmittelsicherheit und Armutsbekämpfung” konzentrieren.
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Rashid Alimov, ehemaliger Generalsekretär der SOZ und jetzt Professor am Taihe-Institut, betonte, wie der Autor ausführt, die “hohen Erwartungen” der zentralasiatischen Staaten. Die ursprüngliche Idee bleibe bestehen – basierend auf der Unteilbarkeit der Sicherheit auf einer transregionalen Ebene in Eurasien. Escobar stellt dann fest, dass jeder weiß, wie die USA und die NATO reagierten, als Russland Ende letzten Jahres einen ernsthaften Dialog über die “Unteilbarkeit der Sicherheit” vorschlug.
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Da Zentralasien keinen Zugang zum Meer habe, sei es unvermeidlich, wie Alimow betonte, dass die Außenpolitik Usbekistans die Beteiligung an einem beschleunigten Handel innerhalb der SOZ bevorzuge. Russland und China mögen die führenden Investoren sein, aber jetzt “spielt auch der Iran eine wichtige Rolle. Über 1.200 iranische Unternehmen sind in Zentralasien tätig.”
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Sergey Storchak von der russischen Bank VEB erläuterte die Funktionsweise des “SCO-Interbankenkonsortiums“. Die Partner haben demnach “eine Kreditlinie der Bank of China” in Anspruch genommen und wollen einen Vertrag mit Usbekistan abschließen. Das SCO-Interbankenkonsortium werde turnusmäßig von den Indern geleitet – und sie wollten es „auf Vordermann bringen“. Auf dem bevorstehenden Gipfel in Samarkand erwarte Stortschak einen Fahrplan für den Übergang zur Verwendung nationaler Währungen im regionalen Handel, berichtet Escobar.
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Ein indischer Vertreter wies darauf hin, dass Indien mit Russland und Zentralasien über den Internationalen Nord-Süd-Verkehrskorridor (INSTC) und einen seiner wichtigsten Knotenpunkte, den Hafen von Chabahar im Iran, zusammenarbeitet. Iran sei mit 300 Schiffen beteiligt, die eine Verbindung nach Mumbai herstellen.
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Entscheidend sei, so der Autor, dass Indien nicht nur das russische Konzept der Greater Eurasia Partnership unterstütze, sondern sich auch für ein Freihandelsabkommen mit der EAEU einsetzt: Premierminister Narendra Modi habe im vergangenen Jahr das Forum in Wladiwostok besucht.
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In all diesen nuancierten Interventionen seien einige Themen konstant. Nach der Katastrophe in Afghanistan und dem Ende der US-Besatzung dort kann die stabilisierende Rolle der SOZ gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ein ehrgeiziger Fahrplan für die Zusammenarbeit sei ein Muss – er werde wahrscheinlich auf dem Gipfel in Samarkand verabschiedet werden. Alle Akteure werden schrittweise zum Handel in bilateralen Währungen übergehen. Und die Schaffung von Transitkorridoren führe zu einer Integration der nationalen Transitsysteme.

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