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Das russische Fernsehen über die Kriegshysterie in westlichen Medien

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Die Medien im Westen verbreiten derzeit eine nie gekannte Kriegshysterie. Das russische Fernsehen hat am Dienstag in den Abendnachrichten eine Zusammenfassung der Meldungen eines „ganz normalen“ Tages gebracht.

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Dass die westlichen Medien derzeit eine Kriegshysterie verbreiten, wie es sie in Europa wahrscheinlich seit dem Krieg nicht mehr gegeben hat, kann jeder täglich in den deutschen „Qualitätsmedien“ verfolgen. Das russische Fernsehen hat dem Thema in den Abendnachrichten des 25. Januar einen Beitrag gewidmet, den ich übersetzt habe.

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Beginn der Übersetzung:

Der erschreckende Lawrow und Angriffspläne: Wozu schüren die westlichen Medien die Kriegshysterie?

Das herausragende Merkmal rund um die heutige Ukraine ist das erneute Schüren der Kriegshysterie im Westen und gleichzeitig die vollständige Leugnung eines militärischen Szenarios in der Ukraine selbst. Während die britische Boulevardzeitung Sun mit einer Landkarte über neue Vorhersagen über eine schon in den nächsten Tagen anstehende Invasion spekulierte und die französische Zeitung Figaro ihre Leser mit dem Bild des Kalten Krieges im Gestalt des angeblich nie lächelnden russischen Außenministers Sergej Lawrow erschreckte, versuchte man in Kiew zu verstehen, wie man es bei einer solchen Unterstützung verhindern könnte, nicht auch noch die Reste der eigenen Wirtschaft dauerhaft zu verlieren. Eine Zusammenfassung von meinem Kollegen Alexander Christenko.

Nachdem der Westen wiederholt sein Versprechen gebrochen hat, nicht ohne die Ukraine über die Ukraine zu reden, sagt er den Ukrainern jetzt sogar selbstbewusst, was sie in ihrem Heimatland erwartet: Eine Invasion, versteht sich.

Aufgrund der wachsenden Befürchtungen, dass Russland in die Ukraine einmarschieren könnte, hat Präsident Biden das Pentagon angewiesen, 8.500 Soldaten in erhöhte Alarmbereitschaft zu versetzen.

Die Bombardierung mit solchen Nachrichten beginnt bereits am Morgen und dauert bis in den späten Abend. Auch die Zeitungen versuchen, ihren Teil des Publikums zu erobern. Die britische Sun veröffentlicht auf der Grundlage unbekannter Quellen eine Landkarte, aus der hervorgeht, von wo aus die Offensive zu erwarten ist, und nennt sogar ein Datum:

„Analysten sagen, dass Putin nun mit ziemlicher Sicherheit in den nächsten zehn Tagen einen begrenzten Angriff starten wird, der auch einen Angriff auf die drei Millionen Einwohner der ukrainischen Hauptstadt beinhalten könnte“, schreibt die britische Boulevardzeitung.

Kiew, wo man in letzter Zeit aktiv bei solchen hysterischen Vorhersagen mitgespielt hat, hat nun begonnen, sie aktiv zu widerlegen:

„Jetzt gibt es nicht einmal einen Hinweis auf die Vorbereitung eines Angriffs. Es gibt eine Truppenkonzentration, wie auch im Frühjahr. Aber jetzt wachen Sie und ich jeden Morgen auf und sehen in den westlichen Medien einen neuen Bericht, neue Karten mit neuen Pfeilen in die Ukraine. Das gab es früher nicht. Finden Sie nicht, dass es ein bisschen seltsam wirkt?“, fragt Davit Arahamia, Fraktionsvorsitzender der Partei Diener des Volkes.

Auch Präsident Selensky, der, nachdem er stundenlang mit westlichen Gesandten über Panikszenarien einer drohenden russischen Invasion diskutiert hat, nun plötzlich in einer völlig neuen Rolle auftritt, sieht seltsam aus, wenn er sagt:

„Alles ist unter Kontrolle. Es gibt keinen Grund zur Panik. Wir setzen uns für eine vollständige Deeskalation der Situation durch eine friedliche Lösung ein. Wir wissen von allem, wir sind auf alles vorbereitet, wir glauben an das Beste und wir tun alles, was notwendig ist, zusammen mit unseren Partnern, unseren Diplomaten und unserem Militär. Bleiben Sie ruhig und schreien Sie nicht, dass alles verloren ist“, forderte der ukrainische Präsident.

Sowohl der ukrainische Verteidigungsminister als auch der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates erklärten, dass keine Invasion vorbereitet werde. Aber London wusste es besser: Die britische Times hält den Druck aufrecht und veröffentlicht ein Interview mit einer ungewöhnlichen Bewohnerin der ukrainischen Hauptstadt. Die 52-jährige Marketing-Expertin posiert in ihrer Kiewer Küche mit einem riesigen Karabiner in der Hand:

„Wenn es dazu kommt, werden wir um Kiew kämpfen. Wir werden für den Schutz unserer Stadt kämpfen. Wenn die Kämpfe beginnen, werden die Russen hierher kommen. Kiew ist das Hauptziel“, ist Mariana Zhaglo, die Frau aus Kiew, überzeugt.

Die Frau ist Mitglied der so genannten Territorialen Verteidigungsbataillone, mit denen Bürgermeister Klitschko aktiv politische Punkte sammelt, während die „Soldaten“ selbst nicht einmal Platzpatronen erhalten und darum eine Art psychologischen Angriff üben. (Anm. d. Übers.: In dem Beitrag werden Bilder des Trainings der Verteidigungsbataillone gezeigt; sie halten ihre Gewehr und rufen „Peng, peng, peng!“ anstatt zu schießen)

Der massive Informationsangriff geht nicht spurlos an einem vorbei. Und so gehen Journalisten in Charkow schon aus schäbigen Kellern auf Sendung, die zu Bunkern umfunktioniert werden sollen.

Ein Kamerateam von Euronews kam, um über die Anspannung in Charkow zu berichten, fand aber fast nur Menschen vor, die friedlich Schlittschuh liefen. Aber sie haben trotzdem Anzeichen der Anspannung festgestellt:

„Wir haben einige Vorkehrungen für den Fall einer Invasion getroffen: Wir haben ‚Koffer‘ gepackt, alle Dokumente, alle Karten und das Geld an einem Ort, so dass wir es im Falle eines Falles an uns nehmen und ins Auto steigen können“, sagt Alexej aus Charkow zu Euronews.

Die ukrainischen Medien empfehlen, einen 25-Liter-Rucksack als Panikkoffer zu verwenden. Es wird empfohlen, eine Landkarte aus Papier, eine Taschenlampe, einen Kompass, eine Pfeife und andere unerwartete Dinge hineinzulegen: Unter anderem Kondome, um darin Dinge vor dem Regen zu schützen oder damit Verletzungen abzubinden.

Auch die NATO-Ausbilder haben den Ukrainern in letzter Zeit Survival-Tricks beigebracht. Ein Abgeordneter der präsidentenfreundlichen Fraktion, Bogdan Jaremenko, hat jedoch den Verdacht geäußert, dass die „westlichen Partner“ mit der Ukraine – wie er es ausdrückte – „psychologische Spielchen“ treiben, wenn sie über eine Invasion nachdenken:

„Keiner der Offiziellen kann es sich leisten, die Amerikaner öffentlich für die übertriebenen Informationen und den psychologischen Druck zu tadeln“, sagte Jaremenko.

Auch die französischen Medien folgen den Amerikanern. Die Zeitung Figaro veröffentlichte einen Artikel über den russischen Außenminister mit dem Titel „Ein kompromissloser Diplomat“. Der Autor schreibt, dass Lawrows Gesicht, ohne jede Andeutung eines Lächelns, an die Bilder des Kalten Krieges erinnere. Die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete den Bericht als „so lächerlichen Fake“, wie die westlichen Medien noch nie einen veröffentlicht hätten. Und sie beschloss, das mit einem Video mit einer Auswahl von Fotos des Ministers zu zeigen. (Anm. d. Übers.: Dass Lawrow als Mann mit emotionslosem Gesicht beschrieben wird, der nie lächelt, beobachte ich auch zum Beispiel beim Spiegel. Sowas können Medien nur im Westen behaupten, denn in Russland weiß jeder – auch, wenn er Lawrow nicht mag -, dass der Mann sehr viel lacht, sehr viel Humor hat und immer für öffentliche Scherze zu haben ist)

„Wir können nicht zulassen, dass eine alte französische Zeitung Schwindler aufsitzt. Deshalb haben wir auch Videos beigefügt“, so das russische Außenministerium.

Die künstlich geschürte anti-russische Hysterie demoralisiert nicht nur die Ukrainer, sondern untergräbt angesichts der jüngsten Erklärungen aus Berlin, Paris und Zagreb letztlich auch die Disziplin des NATO-Blocks.

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Quelle

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