Trolle stellen die Welt auf den Kopf

Wir werden getrollt:

Die Welt steht wieder am Rande eines Krieges. Schon wieder. Und, ja, noch einmal. Und dann stehen wir nicht mehr am Rande eines Krieges…. aber halt, da ist noch mehr! Natürlich gibt es noch mehr, das gibt es immer. US-Flugzeugträger-Kampfgruppen schippern auf Nordkorea zu…. oder auch nicht. Sie dampfen ziellos herum, irgendwo nicht in der Nähe von Nordkorea, aber das auf sehr bedrohliche Weise. Dann treffen sich Trump und Kim Jong Un, kommen gut miteinander klar, unterschreiben ein Stück Papier, das nichts bedeutet und trennen sich freundschaftlich. Jetzt dampfen die Flugzeugträger weit weniger bedrohlich herum. Dann treffen sich Trump und Kim wieder, um ein anderes bedeutungsloses Stück Papier zu unterschreiben, aber dann poltert John Bolton drauf los und futsch ist der Deal. Aber Trump und Kim tauschen weiterhin Liebesbriefe aus, so dass die Romanze nicht tot ist. Auf jeden Fall ist ein Krieg zwischen den USA und Nordkorea nicht nur ungewinnbar, sondern auch undenkbar: Die Hauptstadt Südkoreas befindet sich in Reichweite der nordkoreanischen Artillerie und alle US-Militärbasen in der Region befinden sich in Reichweite der nordkoreanischen Raketen. Der Krieg mit Nordkorea ist definitiv abgesagt. Zusammenfassung: Es passiert nichts. Also, was sollte das Ganze?

Jetzt geht es um Venezuela. Sein demokratisch gewählter Führer wird zum Usurpator erklärt, und ein geeigneter Ersatz wird unter dem Namen Random Guy-doh ( Interimspräsident Juan Guaidó) gefunden. Amerikanische Vasallenstaaten auf der ganzen Welt werden tyrannisiert, um ihm diplomatische Anerkennung als Präsident Venezuelas zu gewähren, obwohl er nur ein zufälliger Typ aus einer Wohnung in Caracas ist. Einige Lastwagen werden auf einer Brücke zwischen Kolumbien und Venezuela angezündet. Sie transportierten humanitäre Güter, etwa Drahtrollen. Es wird von militärischer Intervention gesprochen, aber es ist nur Gerede. Die Bank of England beschlagnahmt Venezuelas Gold, die USA frieren die Bankkonten der venezolanischen Ölgesellschaft in den USA ein und geben sie an einen Haufen zwielichtiger Venezolaner weiter, die das Geld stehlen. Dieser Teil macht Sinn, der Rest davon? Na ja! Auf jeden Fall ist ein militärischer Überfall der USA auf Venezuela nicht möglich: Venezuela verfügt über russische Luftverteidigungssysteme, die es zu einer Flugverbotszone für die US-Luftwaffe machen; außerdem ist die Bekämpfung einer Guerilla-Aktion in venezolanischem Regenwald nichts, wozu das US-Militär fähig ist. Zusammenfassung: Es passiert nichts, schon wieder.

 

Jetzt geht es um den Iran. Trump zieht sich aus dem sorgfältig ausgehandelten internationalen Abkommen mit dem Iran zurück und sagt, er wolle eine anderes Abkommen aushandeln. Falls ihr es bemerkt habt, das ist ein wirklich idiotischer Zug, nach dem Motto: „Ich werde es dir nie zurückzahlen, also leih mir mehr Geld.“ Wenn ein Land die Vereinbarungen, die es bereits unterzeichnet hat, nicht einhält, warum sollte es sich dann die Mühe machen, weitere Vereinbarungen mit ihm auszuhandeln? (Das ist eine rhetorische Frage.) Der Iran verkündet, dass der Iran den Deal nicht einhalten wird, da die USA den Deal auch nicht einhalten. Ein Haufen Öltanker wird beschädigt und die USA versuchen, den Iran dafür verantwortlich zu machen, aber niemand glaubt den USA. Und so werden ein paar weitere Öltanker beschädigt und die USA versuchen, den Iran wieder dafür verantwortlich zu machen, aber schon wieder glaubt niemand den USA . Und so fliegen die USA eine Drohne in den iranischen Luftraum, beschattet von einem Aufklärungsflugzeug mit einer internationalen Besatzung an Bord, in der Hoffnung, dass der Iran einen Fehler macht und das Aufklärungsflugzeug abschießt. Aber der Iran schießt die Drohne ab und die fällt ins seichte Wasser, in die Hoheitsgewässer des Iran, und nicht in die 100 Fuß tiefen internationalen Gewässer, so wie die USA behaupten, aber niemand glaubt es. Der Iran fischt sie schnell heraus und zeigt stolz das Wrack der nicht mehr streng geheimen Drohne. Die Amerikaner erzählen eine Geschichte über den Wunsch, den Iran anzugreifen, aber in letzter Minute brechen sie den Angriff ab. Der Ölpreis steigt ein wenig. Der US-Ölfleck produziert am Anschlag, aber auch blutend rote Zahlen wie verrückt. Sie braucht höhere Ölpreise, um eine große Welle von Insolvenzen zu vermeiden. Dieser Teil macht Sinn, der Rest davon? Egal! Ein militärischer Angriff auf den Iran ist jedenfalls undenkbar: Der Iran hat die Fähigkeit, die Straße von Hormuz für alle Schiffe zu schließen, ein Drittel aller Ölexporte der Welt abzuschneiden und die Weltwirtschaft, einschließlich der USA, zu sprengen. Zusammenfassung: Nichts passiert, schon wieder mal.

Es gibt verschiedene andere Nicht-Ereignisse in anderen Teilen der Welt. NATO-Schiffe tuckern über das Schwarze Meer und die Ostsee, wo sie ziemlich leichte Beute sind, falls die Feindseligkeiten mit Russland kinetisch werden. Das sagt uns also, dass die Feindseligkeiten nicht kinetisch werden, weil diese Schiffe teuer sind und es kein Geld gibt, sie zu ersetzen. Es gibt auch NATO-Übungen im Baltikum, das sich direkt an der russischen Grenze befindet. Sie üben das Eindringen und Abschlachten von Zivilisten in malerischen mittelalterlichen Dörfern, die mit russischsprachigen Statisten besetzt sind, die vorgeben, Bauern zu sein, die sich ergeben wollen. (Technisch gesehen sollte das als Fantasy-Spiel und nicht als Trainingsübung kategorisiert werden.) Die Russen bleiben unbeeindruckt. Sie wollen nichts mit den baltischen Staaten zu tun haben, die früher Transitstaaten für russische Exporte waren, aber jetzt werden sie für nichts mehr gebraucht (außer als NATO-Tummelplatz). Wie auch immer – über einen Krieg mit Russland zu sprechen, ohne die Miene zu verziehen, dazu sind nur extrem dumme Menschen fähig. Zusammenfassung: Es passiert nichts. mehr

 

Quelle

veröffentlicht ddbNews R.