13. Juli 2020

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Trump verlegt Truppen in Haupstadt

Trump verlegt Truppen in Haupstadt

Trump verlegt Truppen in die Hauptstadt

Demonstranten und Polizisten geben sich die Hände ++ Mutter von George Floyds Tochter richtet bewegende Worte an die Menschen ++ Ausschreitungen in mehreren Städten

In mehreren Städten unterstützen Einheiten der Nationalgarde, hier in Washington D. C., die lokalen Sicherheitsbehörden. Nun könnte auch das Militär eingreifen
In mehreren Städten unterstützen Einheiten der Nationalgarde, hier in Washington D. C., die lokalen Sicherheitsbehörden. Nun könnte auch das Militär eingreifen.
Quelle: Bild. US-Präsident Trump (73) macht seine Ankündigung wahr: Das US-Militär hat rund 1600 Soldaten auf Militärstützpunkte rund um Washington verlegt, um bei Bedarf gegen Krawalle vorzugehen. Sie sind „in erhöhter Alarmbereitschaft“!

Die Militärpolizisten und Infanteristen stünden bereit, um gegebenenfalls unterstützend einzugreifen, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Dienstagabend. Verteidigungsminister Mark Esper (56) habe die Verlegung der Soldaten angeordnet, hieß es weiter.

US-Justizminister William Barr kündigte an, die Sicherheitskräfte in der Hauptstadt würden in der Nacht zum Mittwoch noch einmal verstärkt.


Trump hatte am Montag angekündigt „abertausende“ Soldaten des US-Militärs einsetzen zu wollen, um Ausschreitungen am Rande der friedlichen Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd einen Riegel vorzuschieben. Ein Einsatz des hochgerüsteten US-Militärs im Land wäre allerdings sehr ungewöhnlich – und gilt als umstritten.

Tag 8 der landesweiten Proteste

Tagsüber und abends waren in vielen Großstädten – darunter auch Atlanta, Denver, New Orleans, Philadelphia, Chicago, Portland und Houston – am achten Tag in Folge wieder Tausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen Polizeigewalt, Rassismus, Benachteiligung und Ungleichheit zu protestieren.

In Washington demonstrierten erneut Hunderte Menschen vor dem Weißen Haus. Demonstranten skandierten Slogans wie „Wir bewegen uns nicht“ und „Scheiß auf eure Ausgangssperre“. Viele hielten auch Plakate der Bewegung „Black Lives Matter“ hoch, auf anderen stand „Ich kann nicht atmen“ – Worte, die Floyd kurz vor seinem Tod geäußert hatte, als ein weißer Polizeibeamter minutenlang auf seinem Hals kniete.

Auf dem Hollywood Boulevard in Los Angeles füllten Hunderte von Menschen die Straßen und marschierten an berühmten Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei. Andere versammelten sich vor der Hauptwache der Polizei in der Innenstadt, umarmten Polizisten und reichten sich die Hände als Zeichen des Friedens.

Demonstranten und Mitglieder der Nationalgarde auf dem Hollywood Boulevard in Los Angeles

In New York City marschierten Tausende friedlich die 86th Street hinauf, hielten Schilder mit der Aufschrift „Keine Gerechtigkeit, kein Frieden“ und skandierten „sag‘ seinen Namen, George Floyd“, gefolgt von einer stillen Mahnwache. In Floyds Heimatstadt Houston versammelten sich Tausende zu einem von seinen Freunden und seiner Familie organisierten Marsch.

In Minneapolis forderte Roxie Washington, die Mutter von Floyds 6-jähriger Tochter Gianna, Gerechtigkeit und sagte, Floyd sei ein guter Vater und ein guter Mensch gewesen, der es nicht verdient habe, unter dem Gewicht von drei Polizisten mit dem Gesicht nach unten auf dem Bürgersteig zu sterben. „Am Ende des Tages können sie nach Hause gehen und bei ihren Familien sein“, sagte Washington. „Gianna hat keinen Vater mehr. Er wird sie nicht aufwachsen sehen, nicht bei ihrem Abschluss dabei sein. Er wird sie nie als Braut zum Altar führen können.“

Nach Einbruch der Dunkelheit schlugen die friedlichen Demonstrationen trotz der Ausgangssperre teilweise in Gewalt um: Es kam in mehreren Städten zu Ausschreitungen, Vandalismus, Brandstiftung und Plünderungen. Demonstranten zertrümmerten Fenster und plünderten Luxusgeschäfte auf der Fifth Avenue in New York und setzten ein Einkaufszentrum in Los Angeles in Brand.

Aber wieder stellt sich die Frage: Wie verhältnismäßig sind die brutalen Einsätze der Beamten gegen Demonstranten, die auch GEGEN Polizeigewalt demonstrieren?

Die Polizei in New York nahm am Abend 200 friedliche Demonstranten fest, die gegen die Ausgangssperre verstoßen hatten – Hunderte wurden in Los Angeles in Handschellen abgeführt. In Washington beschossen Nationalgardisten Protestierende mit Pfefferspray und warfen laut dem US-Nachrichtensender CNN Blendgranaten.

In einigen Städten wurden Polizeibeamte mit Steinen und Gegenständen beworfen. In zwei Städten wurden nach offiziellen Angaben fünf Polizisten von Schüssen getroffen, einer davon schwer.

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