2. März 2021

Warum es nicht zum Krieg zwischen Iran und den USA kommen wird

Nach der Ermordung des Nuklearwissenschaftlers Mohsen Fachrisadeh am Freitag wird von vielen Seiten vor einem neuen Krieg in der Region gewarnt. Allerdings spricht doch mehr dafür, dass es nicht zu der befürchteten militärischen Eskalation kommt. Man stelle sich, einer der führenden US-Generäle wäre bei einem Besuch in einem Nachbarland, beispielsweise Mexiko oder Kanada, ermordet worden. Man stelle sich weiter vor, einer der führenden israelischen Atom-Physiker fiele südlich von Tel Aviv, während einer Autofahrt, einem Attentat zum Opfer. Malen wir uns aus, in Israel oder in den USA hätten sich eine Reihe von mysteriösen Explosionen ereignet, in Militär- oder Atomanlagen – dann würde nicht viel Phantasie dazu gehören, die Folgen der drei genannten Ereignisse zu erfahnen: Die Folgen wären Krieg.

Iran seinerseits hat jedoch in diesem Jahr alle so skizzierten Angriffe und blutigen Provokationen erlebt, sowohl im Nachbarland Irak wie auch auf dem eigenen Territorium, doch auf militärische Gegenschläge oder Racheaktionen verzichtet.  Im Januar wurde der iranische General Qassem Soleimani im Nachbarland Irak auf Befehl Donald Trumps ermordet. Im Sommer wurde Iran von einer Explosionsserie erschüttert. Und dieser Tage wurde der führende iranische Nuklearwissenschaftler Mohsen Fachrisadeh ermordet – in der Nähe der Hauptstadt Teheran.

Diese Terrorangriffe ohne Kriegserklärung basieren auf einer Theorie, wonach die Islamische Republik Iran – aus der Perspektive Washingtons und Tel Avivs – angeblich zu den gefährlichsten Staaten der Region gehört, zu deren Schwächung und Ausschaltung jedes Mittel Recht ist – jenseits von Völkerrecht und Diplomatie. Richtig ist hierbei, dass Iran tatsächlich einen mächtigen Gegner darstellt, mächtig aufgrund seiner geographischen Lage, militärischen Schlagkraft und kulturellen Identität, so dass dieser Gegner nicht mit den üblichen Rezepten (wie Regimechange oder militärischer Intervention) ausgeschaltet werden kann. Netanjahu: „Iran hat nirgendwo Immunität“

Israel führt Krieg gegen „iranische Ziele“, wo immer sich diese befinden, verkündete Benjamin Netanjahu im vergangenem Jahr. „Iran hat nirgendwo Immunität. Unsere Kräfte operieren in jeder Richtung gegen die iranische Aggression“, twitterte der Premierminister damals und versuchte damit die Angriffe auf die Territorien der souveränen Nachbarstaaten Syrien, Libanon und Irak zu rechtfertigen.

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https://de.rt.com/meinung/109889-trotz-blutiger-provokationen-warum-es/