6. Juli 2020

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+++ China quält Menschen +++

+++ China quält Menschen +++

Sayragul Sauytbay (43) wurde in China in ein geheimes Umerziehungslager verschleppt und gezwungen, dort als Lehrerin zu unterrichten. Nun spricht sie offen von Folter, sexueller Gewalt und medizinischen Experimenten an Uiguren, Kasachen und anderen muslimischen Minderheiten im Gefangenenlager der Kommunistischen Partei Chinas (KP).

„Im Lager ist Lachen genauso wie Weinen verboten. Meine Hauptaufgaben waren Chinesisch zu lehren und alle Insassen zu beobachten, welche Mimik sie zeigten. Wenn ich das nicht machte, würde ich bestraft oder sogar getötet.

Jeden Tag musste ich die hilflosen Blicke von meinen Leuten ansehen. Jeden Tag habe ich dort irgendwie zwischen Tod und Leben überlebt“, sagt Sauytbay zu BILD.

„Einmal wurde ich zum Beispiel bestraft, geschlagen und habe gehungert, nur weil mich eine Frau umarmt hat. Ein anderes Mal für drei oder vier Stunden in einem zwanzig Quadratmeter großen Raum eingesperrt.

Dort gab es einen großen Tisch mit vielen Folterinstrumenten wie Metallstangen, Elektroschockern und einen Stuhl mit Nägeln. So brutal und unmenschlich sind sie im Lager.“

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Sauytbay, die in der chinesichen Provinz Xinjang geboren wurde, studierte Medizin und arbeitete als Ärztin in einem Krankenhaus, führte ein normales Leben mit ihrem Ehmann und den gemeinsamen Kindern.

Als die chinesische Regierung 2016 beginnt, gegen die muslimischen Minderheiten vorzugehen, flüchtet ihr Mann mit den Kindern nach Kasachstan. Sauytbay kann zunächst nicht mitreisen, da sie kein Visum bekommt.

Im Juli 2016 nahm ihr die KP ihren Reisepass ab, als sie nach Kasachstan reisen will. Sechs Monate später wird Sauytbay gegen ihren Willen in ein Gefangenenlager geschickt, um Chinesisch zu unterrichten.

„Meine Vergehen war: Ich hatte Kontakt mit dem Ausland. Eines Nachts kamen sie und haben mich mit verbundenen Augen dorthin gebracht. Fünf Monate habe ich danach kein Tageslicht mehr gesehen“, sagt Sauytbay.

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Tod in Kauf genommen

Nach fünf Monaten wurde sie entlassen, aber von der KP weiter streng überwacht. „Sie wollten mich erneut ins Lager sperren und töten. Deshalb habe ich gedacht: Wenn ich sowieso hier sterbe, kann ich dann auch versuchen, zu fliehen“, sagt Sauytbay.

Im April 2018 gelang ihr die Flucht nach Kasachstan, wo sie wegen unerlaubter Einreise verurteilt wurde – ihr Asylantrag wurde abgelehnt. Im Juni 2019 bekam sie schließlich Asyl in Schweden, wo sie gerade mit ihren Kindern und ihrem Mann lebt.

„Ich wollte noch einmal meine Kinder und meine Familie sehen. Deshalb habe ich den Tod in Kauf genommen und mein Leben riskiert. Ich habe einfach Glück gehabt, dass ich den Weg über die Grenze geschafft habe.“

Nach fast zwei Jahren konnte die Mutter endlich ihre beiden Kinder wiedersehen.

„Ich war überglücklich, dass ich meine Kinder wieder umarmen konnte. Ich war überrascht, wie groß sie geworden sind. Für eine Mutter kann so ein Moment ein größeres Glück sein.“

Sauytbay spricht jetzt über die mehr als eine Million Opfer in ihrer Heimat. Laut Aktivisten gibt es über 500 solche Lager in der nordwestlichen Region Xinjiang.

Wenn Menschen wie sie die Flucht nicht schaffen würden, gäbe es vielleicht keine Augenzeugenberichte aus dem Lager. Sie erhielt deswegen 2020 den International Women of Courage Award des US-Außenministeriums.

„Ich fühle mich verpflichtet meine Stimme gegen dieses Leid zu erheben“, sagt Sauytbay. Weiter erzählt sie über die grausamen Tage im Lager: „Die Gefangenen sind gefesselt mit Handschellen und Fußketten. Es gibt einen ‚Folterraum‘, in dem sie auf verschiedenste Arten gequält werden.“

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