2. Juli 2020

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China: Genozid an Uiguren

+++ China: Genozid an Uiguren +++

Der Kinderwunsch ist verboten!

China treibt die totalitäre Bevölkerungskontrolle auf die Spitze, versucht mit krassen Mitteln die Geburtenrate von Uiguren und anderen Minderheiten im Land zu drosseln und so die Ausbreitung anderer Ethnien als der Chinesischen einzudämmen.

Dabei ist der Einsatz von Zwangssterilisationen und Abtreibungen sogar stärker verbreitet als bisher angenommen, berichtet die Nachrichtenagentur AP, die bei einer investigativen Recherchen offizielle Statistiken und Dokumente einsehen konnte und sogar mit Betroffenen sprach.

Diese gewalttätige Familienpolitik der chinesischen Regierung soll nach Einschätzung von Experten einzig dem Zweck dienen, das Bevölkerungswachstum unter den vorwiegend muslimischen Einwohnern schnellstmöglich zu unterbinden, also: neues uigurisches Leben quasi im Keim zu ersticken.

quasi im Keim zu ersticken.

Karte: Die Uiguren in China - Infografik

Hunderttausende Frauen werden zwangssterilisiert

Rassistischer Terror: Die chinesischen Behörden lassen der AP-Recherchen zufolge Frauen aus Minderheiten regelmäßig auf eine mögliche Schwangerschaft untersuchen.

▶︎ Hunderttausenden Frauen werden gezwungen, sich Spiralen einsetzen oder sterilisieren zu lassen – und sogar Schwangerschaften abzubrechen.

▶︎ Dabei geht die Verwendung von Spiralen und die Zahl der Sterilisationen von Frauen in anderen Landesteile Chinas insgesamt zurück – nur in Xinjiang nicht: Dort steigen sie stark an.

In der Region Xinjiang im äußersten Nordwesten der Volksrepublik leben die meisten Uiguren.

Das Grauen greift auf alle über: Begleitet werden diese Maßnahmen zur Bevölkerungskontrolle von Masseninhaftierungen – als Drohung und als Strafe für zu viele Geburten.

Es drohen Deportationen bei „illegalen“ Geburten

Eine derartige Bestrafung erlebte laut AP die in China geborene Kasachin Gulnar Omirzakh, als sie ihr drittes Kind zur Welt gebracht hatte. Zunächst ordnete die Regierungsgewalt an, dass sie sich eine Spirale zur Empfängnisverhütung einsetzen lassen müsse.

Zwei Jahre später, im Januar 2018, kamen vier Beamte zur ihr nach Hause und gaben ihr drei Tage Zeit, zusätzlich eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet rund 2 400 Euro zu zahlen, weil sie mehr als zwei Kinder habe. Wenn sie das Geld nicht beschaffe, werde sie wie bereits ihr Ehemann inhaftiert.

„Sie wollen uns als Volk zerstören“

„Die Menschen daran zu hindern, Kinder zu bekommen, ist falsch“, sagt Omirzakh. „Sie wollen uns als Volk zerstören.“ Es gelang ihr trotzdem, das Geld zusammenzubringen und ins benachbarte Kasachstan zu fliehen.

▶︎ Die Geburtenraten in den mehrheitlich von Uiguren bewohnten Regionen Hotan und Kashgar fielen zwischen 2015 und 2018 um mehr als 60 Prozent, wie aus Regierungsstatistiken hervorgeht, die AP vorliegen.

Peking gab Hunderte Millionen Euro (!) für die Geburtenkontrolle aus und bremste so das rasante Bevölkerungswachstum in Xinjiang deutlich ab, wie aus einer Untersuchung des chinesischen Experten Adrian Zenz hervorgeht, die noch nicht veröffentlicht wurde.

„Dies ist Teil einer größeren Kampagne zur Unterwerfung der Uiguren“, erklärt Zenz, der mit der Nichtregierungsorganisation Victims of Communism Memorial Foundation in Washington zusammenarbeitet.

Das chinesische Außenministerium und die Regierung in Xinjiang reagierten nicht auf Anfragen zu Stellungnahmen. Peking erklärt zuletzt, dass die neuen Maßnahmen fair wären, weil nun angeblich Minderheiten genauso viele Kinder bekommen dürften, wie die Han-Chinesen, welche die Mehrheit der Bevölkerung bilden.

Staatschef Xi Jinping ändert die Gesetze

Schon bald nach der Amtsübernahme des Präsidenten Xi Jinping (67) im Jahr 2013 überarbeitete seine Regierung das entsprechende Gesetz, sodass nun auch die Han-Familien in Xinjiang zwei oder drei Kinder bekommen durften, genau wie die Minderheiten.

Gleichheit gibt es de facto aber nicht: In der Praxis sind Han-Chinesen mit mehr als drei Kindern von Zwangsabtreibungen, Sterilisationen und Haftstrafen ausgenommen, wie sie sonst nur gegen Minderheiten verhängt werden.

Das geht aus Gesprächen mit Betroffenen und den offiziellen Statistiken hervor. Manche Muslime auf dem Land wie Omirzakh werden sogar terrorisiert, wenn sie die drei Kinder bekommen, die ihnen laut Gesetz erlaubt sind.

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