5. August 2020

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+++ Corona: Parlament von Belgrad gestürmt +++

+++ Corona: Parlament von Belgrad gestürmt +++

Randalierer dringen in Parlament ein. Proteste gegen Präsidenten wegen geplanter Corona-Maßnahmen weiten sich aus

Bei Zusammenstößen zwischen Hooligans und Sicherheitskräften gab es mehrere Verletzte
Bei Zusammenstößen zwischen Hooligans und Sicherheitskräften gab es mehrere VerletzteFoto: Getty Images / Getty Images
Artikel von: Peter Wilke (ZZt. Belgrad) veröffentlicht am

Wieder Gewalt von Hooligan-Gruppen, wieder Tränengas-Einsatz der Polizei in Belgrad!

In der dritten Nacht in Folge ist es in der serbischen Hauptstadt Belgrad zu Krawallen und einem Polizei-Einsatz vor dem Parlament gekommen. Die – überwiegend friedlichen – Proteste in mehreren serbischen Städten hatten sich ursprünglich ander Corona-Politik des Präsidenten Aleksandar Vucic entzündet.

„Nieder mit der Polizei“

„Eine Sperrstunde ist eine repressive, keine epidemiologische Maßnahme“, stand auf einem Wurfzettel, der am Freitag in Belgrad verteilt wurde. Das Schreiben endete mit dem Satz „Down the police!“, „Nieder mit der Polizei“.

Die Stimmung wird von Nacht zu Nacht aggressiver: Unter die Demonstrierenden mischten sich am Freitag serbische Nationalisten. Sie riefen „Der Kosovo ist das Herz Serbiens!“. Gegen 21.30 Uhr kippte die Stimmung endgültig. Eine Gruppe von rund 100-Hooligans bewarf das Parlament mit Steinen und Feuerwerkskörpern.

Polizei-Ketten sichern das Parlamentsgebäude in Belgrad
Polizei-Ketten sichern das Parlamentsgebäude in BelgradFoto: MARKO DJURICA / Reuters

Eine Gruppe junger Männer durchbrach das Metallgeländer vor dem Parlament und drang in das Gebäude ein. Die Randalierer wurden dort jedoch von Polizisten erwartet, die sie wieder aus dem Gebäude herausdrängten und eine Kette um den Eingang bildeten. Die Polizisten wurden daraufhin mit Flaschen und Fackeln beworfen.

Die Polizei nahm nach Medienberichten mindestens 70 Randalierer fest
Die Polizei nahm nach Medienberichten mindestens 70 Randalierer festFoto: Getty Images / Getty Images
Die Zusammenstöße überschatteten den friedlichen Protest gegen die Corona-Politik der serbischen Regierung
Die Zusammenstöße überschatteten den friedlichen Protest gegen die Corona-Politik der serbischen RegierungFoto: MARKO DJURICA / Reuters

Die mehrstündige friedliche Kundgebung wurde durch die Angriffe der Randalierer überschattet.

Gegen Mitternacht beendete die Polizei den Ansturm mit Knüppeln und Tränengas. Auch Reporter wurden von Randalierern angegriffen. Nach ersten Berichten wurden mindestens 70 Hooligans festgenommen. Mehrere Menschen seien verletzt worden, berichtete die Zeitung „Blic“.

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Präsident Vucic gerät zunehmend ins Visier von Nationalisten: Sie werfen ihm „Verrat“ vor, weil er nach deutsch-französischer Vermittlung neuen Gesprächen mit dem Kosovo zugestimmt hat. Sie sehen das Kosovo als abtrünnige serbische Provinz.

Beschämend: Serbische Nationalisten nutzten die Kundgebung angesichts des 25. Jahrestags des Massakers von Srebrenica auch zur Unterstützung der verurteilten Kriegsverbrecher Ratko Mladic und Radovan Karadzic.

Das Massaker gilt als schlimmsten Kriegsverbrechens in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg: Gegen Ende des Bosnien-Kriegs waren im Juli 1995 bosnisch-serbische Milizen in die Stadt einmarschiert und hatten dort binnen weniger Tage 8000 muslimische Männer und Jungen getötet. Der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic und der bosnisch-serbische Militärchef Ratko Mladic wurden vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag des Völkermords schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt

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