14. August 2020

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+++ 100.000 € für den Nachweis von Masern-Viren +++

+++ 100.000 € für den Nachweis von Masern-Viren +++

Aktenzeichen:

http://lrbw.juris.de/cgi-bin/laender_rechtsprechung/document.py?Gericht=bw&nr=20705 – OLG Stuttgart Urteil vom 16.2.2016, 12 U 63/15

Ein Impfgegner lobte vor sechs Jahren 100.000 Euro für den Beweis aus, dass Maserviren existieren. Ein Mediziner legte Studien vor, bekam aber kein Geld. Er zog vor Gericht und siegte in erster Instanz. Doch später wurde ihm der Gewinn wieder aberkannt. Nun ließ der Bundesgerichtshof die Revision gegen diese Entscheidung nicht zu. Impfgegner feiern dies als Beweis, dass Masernviren nicht existieren.

Der Medizinstudent David Bardens wird wohl nicht geahnt haben, wie lange ihn diese Wette beschäftigen würde: Unter der Überschrift „Das Masern-Virus – 100.000 Euro Belohnung“ hatte der Impfgegner Stefan Lanka im Jahr 2011 ein stattliches Preisgeld für denjenigen ausgelobt, der die Existenz von Masernviren mit einer wissenschaftlichen Publikation nachweist und auch ihren Durchmesser belegen kann. Denn obwohl Lanka promovierter Biologe ist, glaubt er, „dass es das Masern-Virus nicht gibt und bei Kenntnis der Biologie und der Medizin auch nicht geben kann“.

Bardens schickte ihm sechs wissenschaftliche Publikationen zu Masernviren – und seine Kontonummer. Als Lanka ihm das Geld, welches er nach eigener Auskunft für Impfungen in Entwicklungsländern spenden wollte, nicht überwies, zog er vor Gericht – und gewann in erster Instanz. Die Schlagzeile „Impfgegner muss 100.000 Euro zahlen“ stieß auf ein breites Medienecho. Doch es sollte nicht dabei bleiben.

Denn Lanka ging gegen die Entscheidung in Berufung – und gewann vor gut einem Jahr beim Oberlandesgericht in Stuttgart. Die Richter beschäftigten sich nicht mit der Frage der Existenz von Masernviren, wie sie ausdrücklich festhielten – sondern nur mit der Frage, ob der inzwischen als Arzt tätige Bardens die Auslobung erfüllt habe. Dies sei nicht der Fall gewesen, entschieden die Richter. Denn unter anderem habe der Impfgegner den Nachweis mittels eines Fachartikels verlangt, doch legte Bardens sechs vor. Anders als bei einer Wette oder einer Preisausschreibung hätte Lanka die Regeln bei der Auslobung selber bestimmen können – so die Frage, welche Artikel als Nachweis akzeptiert wurden. „Sie hätten aber auch 600 einreichen können, er hätte keine akzeptiert“, sagte der Vorsitzende Richter zu Bardens.

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