1. Juni 2020

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Banken Abzocke

Banken Abzocke

Quelle: Businessinsider

Bis zu 70 Cent: Diese Banken verlangen jetzt Gebühren, wenn ihr Einkäufe mit der Karte zahlt.

In der Corona-Krise nutzen viele Verbraucher kontaktlose Bezahlmöglichkeiten. Der Kontakt zwischen Käufer und Verkäufer sowie ein eventuelles Risiko einer Infektion mit Covid-19 sinkt dadurch. Selbst kleine Geschäfte, Bäcker oder Metzgereien bieten mittlerweile Kartenzahlung an. Vor der Krise eine Rarität.

Auch die Banken machen Werbung für das kontaktlose Zahlen mit Karte oder Smartphone. Allerdings sind sie dabei nicht nur um die Gesundheit ihrer Kunden besorgt — sondern denken auch an das eigene Geld. Das zeigt eine Auswertung des Verbraucherportals „biallo.de“. Demnach haben Banken und Sparkassen die Gebühren in den vergangenen Monaten erhöht und verlangen bis zu 70 Cent für einen kontaktlosen Zahlungsvorgang mit Giro- oder Kreditkarte.

Kostenlose und günstige Kontomodelle von Gebühren betroffen

Insgesamt 440 Volks- und Raiffeisenbanken, sowie 380 Sparkassen hat „biallo.de“ untersucht und dabei herausgefunden, dass jedes zweite Institut Gebühren für das bargeldlose Zahlen kassiert. Den Höchstpreis von 70 Cent je Transaktion verlangt dabei die Niederrheinische Sparkasse Rhein-Lippe beim Kontomodell „Giro Nispa Klassik“. „biallo.de“ hat ausgerechnet, dass bei im Schnitt zwei Kartenzahlungen pro Tag bis Ende des Jahres eine Mehrbelastung von 504 Euro auf Kunden zukommt.

Mit der Haspa verlangt auch die größte Sparkasse Deutschlands eine Gebühr von Kunden, die das Kontomodell „Klassik“ nutzen — 50 Cent je Kartentransaktion.

Doch nicht alle Kunden sind gleichermaßen von den Gebühren betroffen. Auffällig bei der Untersuchung: Sie treffen die Mehrzahl der Kunden, die ein preisgünstiges „Klassik Konto“, Onlinekonten oder Basiskonto abgeschlossen haben. Bei teuren Premiumkonten, die mindestens zehn Euro pro Monat kosten, würden keine Gebühren für Kartenzahlungen erhoben.

Gebühren werden häufig nicht ausgewiesen

Von den insgesamt 820 untersuchten Finanzinstituten erheben 401 Banken und Sparkassen Gebühren für Kartentransaktionen. Im Schnitt betragen sie 34 Cent je Transaktion, schwanken allerdings je nach Institut zwischen 2 und 70 Cent.

Besonders kritisch sieht das Verbraucherportal, dass die Gebühren häufig gar nicht ausgewiesen werden. Nur durch direktes Nachfragen würden Kunden darüber informiert. Ausschau halten sollten die Verbraucher nach dem Hinweis „beleglose Buchungen“ im Preis-Leistungsverzeichnis einer Bank oder Sparkasse.

„Statt ehrlich und offen die Entgelte für Kartenzahlungen konkret zu nennen, werden diese im Preisverzeichnis regelmäßig unter Buchungsposten versteckt“, zitiert „biallo.de“ Niels Nauhauser, Bankenexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.