17. Januar 2021

Harte Linie gegen Moskau nach Hackerangriff? – Warum Biden sich an Putin die Zähne ausbeißen könnte

Quelle: Reuters © Alexsey Druginyn/RIA Novosti/Pool

Nach einem Russland angelasteten Hackerangriff auf SolarWinds wurden Stimmen laut, der designierte US-Präsident Biden müsse auf das mit einer „kriegerischen Handlung“ verglichene Ereignis reagieren. Vorsicht ist hier geboten, damit diese Rhetorik nicht zur Realität wird.

Nach den Enthüllungen über den atemberaubenden Cyberangriff auf das Netzwerkmanagement-Unternehmen SolarWinds, der die Computernetzwerke mehrerer US-Ministerien, Regierungsinstitutionen und Behörden sowie die von mehr als 17.000 zivilen Firmenkunden in den USA schutzlos zurückließ, hat die antirussische Rhetorik in Washington, D.C. neue Höchstmarken erklommen.

Obwohl offiziell noch kein Verantwortlicher für den Hackerangriff benannt wurde, schob die National Security Agency die Schuld vorsorglich schon einmal in Richtung Russland: Von angeblich „vom russischen Staat geförderten böswilligen Cyber-Akteuren“ ist die Rede; Senator Richard Blumenthal twitterte nach einer geheimen Unterweisung zu dieser Angelegenheit, bei der Unterweisung sei „Russlands Cyberangriff“ behandelt worden.

Auch weitere Senatoren feuerten die Rhetorik mit noch ganz anderer Hitzigkeit an. „Dieser [SolarWinds-Hack] ist praktisch eine Kriegserklärung Russlands an die Vereinigten Staaten“, fauchte zum Beispiel Dick Durbin, „und wir sollten das ernst nehmen.“ Ein weiterer Senator, Chris Coons, merkte an: „Es ist ziemlich schwer, dies von einem Akt der Aggression zu unterscheiden[…], der als Krieg gilt.“ Marco Rubio ließ verlautbaren: „Amerika muss Vergeltung üben – und zwar nicht nur mit Sanktionen.“

Mit genährt von den Emotionen dieser Senatoren aus den beiden großen US-Parteien wurde also das Narrativ einer drohenden Konfrontation zwischen dem gewählten US-Präsidenten Joe Biden, der am 20. Januar in sein Amt eingeführt werden soll, und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

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