8. März 2021

Der Krieg der Worte – Wie manipulierte Sprache unser Denken blockiert.

Foto: Mediathek

Die entmenschlichende Sprache, die gegen Corona-Andersdenkende ins Feld geführt wird, wirkt weitaus zerstörerischer als das Virus.

Maskenverweigerer, Gefährder, Covidioten, Verschwörungsideologen…“ Wir haben uns an derart charmante Bezeichnungen für Menschen, die eine kritische Haltung gegenüber Regierungsmaßnahmen einnehmen, bereits gewöhnen müssen. Vor allem sensible Menschen können solch aggressive Angriffe oft nicht einfach wegstecken. Nennen wir es beim Namen: Es handelt sich um verbale Gewalt. Und um psychologische Kriegsführung seitens jener Kräfte, die uns ihre Vision einer neuen Weltordnung auf Biegen und Brechen aufdrängen wollen.

Ihren Ursprung hat diese neue Beleidigungswelle in den Wortschmieden einiger Vordenker, die über die destruktiven Folgen ihres Tuns offenbar nicht genug nachdenken. Ob „Lockerungen“ oder „Die Zügel anziehen“ — all diese Formulierungen haben Nebenbedeutungen, die den Bürgern ihren niedrigen Rang im Gemeinwesen vor Augen führen sollen: zum Beispiel als Strafgefangene oder als Nutzvieh.

Kann sich noch jemand daran erinnern, dass man anfangs die Maske tragen sollte, um andere zu schützen, auch jene, die keine Maske tragen könnten? Dass man dies aus Solidarität tun sollte? Inzwischen wird es wohl nicht mehr viele Menschen geben, die aus diesem Grund die Maske tragen.

Inzwischen trägt man die Maske, weil das alle tun, weil es Vorschrift ist, weil man ansonsten bestraft wird, weil man sonst von der Gemeinschaft raus gebissen wird, weil man sonst Aggression und Gewalt durch Mitmenschen ausgeliefert ist. Und weil man sonst, für alle sichtbar, auf der „falschen Seite“ steht, gekennzeichnet ist, gebrandmarkt, in einer Zeit und in einer Gesellschaft, die irgendwie aus dem Ruder läuft und viele nicht genau wissen, wohin der Kurs jetzt genau geht und man schon ahnt, dass es irgendwie nicht mehr so ganz demokratisch mit rechten Dingen zugeht. Dieses Verhalten kann man Angst-Konformismus nennen und es hat rein gar nichts mehr mit einer Angst vor einem Virus zu tun.

Wir haben uns daran gewöhnt. Positiv Getestete heißen Infizierte, und „infiziert“ hört sich nach „krank, infektiös, gefährlich“ an. Menschen, die keine Maske tragen, heißen Maskenverweigerer, oder Gefährder. „Gefährder“ ist ein Begriff aus der Terrorbekämpfung. Wer sich nicht fraglos allem unterwirft, wird einem Terroristen gleichgestellt. Mit dem Begriff „Terrorist“, und somit auch mit dem Begriff „Gefährder“ verbindet man eine Person, die Gewalt ausübt, vor Mord oder Massenmord nicht zurückschreckt.

Inzwischen bezeichnet mich eine Gemüseverkäuferin (und genau genommen auch ein Bankkaufmann und ein Tierarzt, und eine Physikerin, …) als Gefährderin. Das hat mich tief getroffen.

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