17. Januar 2021

Der Skandal um Wirecard bringt die gesamte Branche der Wirtschaftsprüfer in Misskredit

Foto:Mediathek

Man sieht sie selten bis gar nicht in freier Wildbahn. Manchmal, auf Hauptversammlungen sitzen sie in der zweiten oder dritten Reihe, meist dezent am Rand. Dauert die Hauptversammlung länger, sind sie dagegen deutlich einfacher auszumachen. Bleiben sie doch geduldig bis zum Schluss sitzen. Der Grund: Erst am Ende der Hauptversammlung wird verkündet, ob sie für das laufende Jahr gewählt wurden oder eben nicht. Gemeint sind natürlich die Wirtschaftsprüfer.

Dass Wirtschaftsprüfer während der Hauptversammlung irgendwo unter den Eigentümern und damit unter den Aktionären zu finden sind, zeichnet allerdings ein vollkommen falsches Bild. Denn die Aktionäre nehmen den Wirtschaftsprüfer und seine Arbeit eigentlich nur sehr punktuell wahr. Ein echtes, direktes Verhältnis zwischen dem Abschlussprüfer und den Aktionären existiert nicht, auch wenn die Aktionäre den Prüfer wählen. Eigentlich ein Fehler im System.

Das Testat und seit einigen Jahren das erweiterte Testat mit den Key Audit Matters und damit mit den Prüfungsschwerpunkten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Rechnungslegung hatten, ist eigentlich das Einzige, was die Eigentümer von dem Wirtschaftsprüfer vernehmen.

Und trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – war das Vertrauen, das die Eigentümer in die Arbeit und damit die Prüfungshandlungen der Wirtschaftsprüfer setzen, bisher – trotz einiger Skandale in der Vergangenheit – enorm. Dieses Vertrauen hat spätestens seit dem 18. Juni 2020 und damit dem Implodieren der Wirecard AG massiv gelitten.

weiterlesen:

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/enttaeuschung-des-jahres-der-skandal-um-wirecard-bringt-die-gesamte-branche-der-wirtschaftspruefer-in-misskredit/26707358.html?ticket=ST-16939132-PTLdk4IKhkiayegFhWh1-ap4