17. Januar 2021

Medizin gegen politischen Brechreiz

Die aktuellen deutsch-russischen Beziehungen sind schlecht. Doch nicht jeder macht dafür nur die russische Regierung verantwortlich. Der frühere DDR-Top-Agent bei der Nato, Rainer Rupp, sieht eine aggressive Politik der Bundesregierung am Werk. In diesem Gastkommentar ruft er zu einer symbolischen Aktion der gelebten Völkerverständigung auf.
Wer die offiziellen Stellungnahmen unserer Politiker hört, oder die selbsternannten „Qualitätsmedien“ in unserem Land verfolgt, dem dürfte nicht entgangen sein, dass die zunehmende mediale und politische Hetze gegen Russland und seine Regierung immer krankhaftere und daher gefährlichere Züge angenommen hat. Im Vergleich zur mehr als provokativen, annähernd irren aktuellen Berliner Politik gegenüber Moskau hatte sich sogar die Außenpolitik der Bonner Republik mitten im Kalten Krieg positiv abgehoben. Damals war das Ost-West-Verhältnis zwar konfrontativ gewesen, aber zugleich war es geprägt von gegenseitigem Respekt und politischem Anstand. Eine militärische Provokation und Eskalation wurde damals von der deutschen Politik gemieden, heute ist es genau das Gegenteil.
Heute lautet das Gebot der Stunde: Aufrüstung, statt gegenseitiger Sicherheit durch Verhandlungen“. Das ist auch voll und ganz die Meinung der deutschen Kriegsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Denn auch diese Dame ist von der Vorstellung durchdrungen, dass die unkultivierten russischen Horden aus den Tiefen Sibiriens nur eine Sprache verstehen, nämlich die der Knute. Deshalb meint die Kramp-Karrenbauer aus tiefster Überzeugung, dass wir Deutsche „in guter deutscher Tradition“ nur aus „einer Position der Stärke“ mit den Russen „verhandeln“ dürften.

Anbiederung an Washington – Aufwiegelung gegen Russland

https://snanews.de/20201229/russland-deutschland-krise-328322.html