2. März 2021

Nüchterne Zahlen zu Corona, die Sie nicht kennen sollen

In der Berichterstattung über Corona kann man leicht den Überblick und den Durchblick verlieren. Das geht so weit, dass etwa der Vorsitzende des Deutschen Netzwerks für evidenzbasierte Medizin, Prof. Dr. Andreas Sönnichsen beklagt, dass teilweise Medienkanäle, die sich auf die Fahnen schreiben, Fakenews zu bekämpfen, inzwischen selbst zu Verbreitern von Fakenews geworden sind. Manche Medienportale wie etwa Focus Online (bei dessen Verlag der Ehemann von Gesundheitsminister Jens Spahn das Berliner Büro leitet) lesen sich inzwischen, als sei das Motto dort: „Unsere tägliche Corona-Angst gibt uns heute“. Dem will ich zwei Graphiken gegenüber stellen, die ein Leser anhand der offiziellen Statistiken für mich erstellt hat. Und zwei aus dem Deutschen Ärzteblatt. In der ersten Graphik sehen Sie die Entwicklung der Zahl der Patienten in intensivmedizinischer Behandlung – „geplottet ohne die sonst leider sehr verbreiteten Verzerrungen“, wie der Leser ergänzend schrieb. Quelle ist das offizielle Intensivregister.

Bemerkenswert sind hier zweierlei Faktoren: Eine der wichtigsten Begründungen für den Lockdown ist, dass die Überlastung der Medizin vermieden werden soll. Die Graphik zeigt, dass die Zahl der belegten Intensivbetten fast gleich bleibt, also keine dramatische Entwicklung zu erkennen ist. Zwar steigt die Zahl der Patienten mit Covid-19, die in Intensivstationen liegen. Da allerdings die Gesamtbelegung gleich bleibt, liegt hier der Verdacht nahe, dass viele von ihnen nicht wegen, sondern mit Covid-19 dort behandelt werden. Zahlen dazu – ob mit oder wegen Covid-19 – liegen leider nicht vor. Die zweite Graphik zeigt die Todesfälle in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren. Die Zahlen liegen nur bis Mitte Oktober aktuell vor. Auch hier ist eine drastische Übersterblichkeit nicht zu erkennen.