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Der Welt-Ideologe des Tieres

 

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Zur Frage nach dem Wesen des Menschen und wie seine Zukunft aussieht, dominiert derzeit der israelische Historiker Yuval Noah Harari den Weltmarkt der Ideen. Er gilt heute als einer der einflussreichsten Intellektuellen weltweit. Mächtige Politiker der Welt konsultieren ihn als Ratgeber, und beim „Welt-Wirtschaftsforum“ erklärt er, wohin die Zukunft des Menschen steuert, bzw. gesteuert wird. Er betrachtet die Geschichte der Menschheit vollkommen materialistisch als einen rein biologisch-psychologischen Prozess höherer Tiere, deren Götter ausschließlich in ihrer Vorstellung existierten. Doch durch die Verschmelzung mit künstlicher Intelligenz und Gentechnik steige eine Elite zu einem „Homo Deus“ auf, während die große Masse nutzlos und überflüssig werde.

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Yuval Harari

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Wir haben uns bereits im vorigen Artikel mit der These Hararis befasst, die Zukunft der Menschheit bestehe darin, immer ausgefeiltere Technologien zu entwickeln, wie künstliche Intelligenz und Biotechnik, die es ermöglichten, die Menschen zunehmend in ihren bisherigen Arbeitsplätzen zu ersetzen, so dass die meisten Menschen dadurch nutzlos und überflüssig würden. Spule man ins frühe 21. Jahrhundert vor, sei man in der Zeit, wo „wir die große Mehrheit der Bevölkerung einfach nicht mehr brauchen.“

Wer ist Yuval Harari und wie ist sein Denken geartet, das global einen so starken Einfluss ausübt?

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Entwicklung aus dem Menschenaffen

Harari ist zuerst mit einer historischen Darstellung „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ international bekannt geworden, von der nach eigenen Angaben bisher weltweit mehr als 23 Mill. Exemplare verkauft wurden. Er beschreibt auf rein äußere, materialistisch-darwinistische Weise die Entwicklung der Menschheit von ihren Anfängen bis zum heutigen „Beherrscher der Erde“. Menschenähnliche Wesen habe es, wie Wikipedia  in einer Zusammenfassung des Buches schreibt, in sechs verschiedenen Ausprägungen bereits vor 2,5 Millionen Jahren gegeben, von denen nur eine überlebt hätte. Aus der Familie der Menschenaffen habe sich vor ca. 150.000 Jahren in Ostafrika die heutige Art des Homo sapiens entwickelt, dessen Geschichte aber erst vor 70.000 Jahren mit der Entwicklung kognitiver Fähigkeiten begonnen habe. – Diese Entwicklung wird aus der rein materiellen Perspektive mit oft neuen, eigenwilligen Interpretationen und Deutungen beschrieben.
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Man muss sich klarmachen, dass sowohl die Zeitangaben, die Abstammungstheorie vom Affen, als auch die Interpretationen keine Erkenntnisse sind, sondern Annahmen, Vermutungen, Glaubensvorstellungen. Niemand hat eine sukzessive Höherentwicklung der Tiere und schließlich einen Übergang vom Affen zum Menschen real beobachten können. Man schließt nur aus  gewissen körperlichen Ähnlichkeiten zwischen dem Affen und dem Menschen, dass da irgendwann eine Weiterentwicklung des Affen zum Menschen stattgefunden habe. –
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Es kann aber ebenso sein, dass die Tiere auf den verschiedenen Stufen der durchgehenden Entwicklungsströmung des Menschen jeweils als seelische Einseitigkeiten ausgeschieden wurden und zurückgeblieben sind, als letzte eben die Affen.
Dies ist natürlich zunächst auch nur eine Behauptung, die aber zeigt, dass von einer feststehenden Erkenntnis der Affenabstammung nicht die Rede sein kann, auch wenn dies manchem bei dem Verhalten vieler Menschen naheliegend erscheint.
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Harari ignoriert die fundamentale wissenschaftstheoretische Tatsache, dass zwar in der unorganischen Natur die sinnlich wahrnehmbaren Vorgänge ausschließlich durch Verhältnisse bedingt werden, die ebenfalls der Sinneswelt angehören, dies aber in der organischen Welt nicht der Fall ist. Lebendige Organismen können aus sinnlich wahrnehmbaren materiellen Vorgängen nicht verstanden und erklärt werden. Beim Organismus sind die für die Sinne wahrnehmbaren Verhältnisse wie Form, Größe, Wachstum, Bewegung, Verhalten nicht durch in der Sinneswelt wahrnehmbare Ursachen bedingt. Sie erscheinen als Folge einer über den sinnlichen Vorgängen schwebenden höheren Einheit.
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Die Organismen werden von Lebenskräften sowie seelischen und geistigen Kräften beherrscht, die sinnlich direkt nicht wahrnehmbar sind, deren Wirkungen jedoch in die sinnliche Erscheinung treten.
Die Lebenskräfte in einer Pflanze z.B. zwingen die Materie aus der Umgebung in eine Gestalt, die der Schwerkraft, der alle Materie unterliegt, gerade entgegenwächst. Diese Form könnte die Materie von sich aus niemals annehmen.
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Das Tier wird zusätzlich von realen Seelenkräften durchdrungen, die äußere Bewegungsorgane heraustreiben und einen Innenraum seelischen Erlebens bilden, der durch Sinnesorgane mit der Außenwelt in Beziehung tritt und auf die äußeren Eindrücke reagiert. Dass sich die Materie von selbst dazu aufgeschwungen habe, ist unmöglich und nie beobachtet worden, ist reiner Aberglaube.
Beim Menschen kommt eine noch höhere Kraft hinzu, die seines geistigen Ich-Wesens, die den Körper aus der Horizontalen in die Vertikale, die Aufrechte, erhebt, ihn dadurch weitestgehend den irdischen Schwerekräften entzieht und das Haupt mit seinem Denkorgan sozusagen frei schwebend tragen und benutzen kann. Wie sollen sich tote Stoffe in dieser Weise aufrichten und bewegen? 
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So wie der heutige tierische und menschliche Organismus nur aus den ihn aufbauenden und in ihm wirkenden übersinnlichen Kräften erklärbar ist, so kann auch die Evolution von Mensch und Tier nur aus dem Wirken dieser übersinnlichen Kräfte in den physisch wahrnehmbaren Organismen verstanden werden.
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Die vom Menschen entwickelte Fähigkeit des Denkens charakterisiert Harari in dem sprachlich effektvoll formulierten Satz:
„Wir beherrschen die Welt, weil wir das einzige Tier sind, das an Dinge glauben kann, die ausschließlich in unserer Vorstellung existieren, zum Beispiel Götter, Staaten, Geld und Menschenrechte.“ 
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Damit wird das Denken des „Tieres Mensch“ als etwas rein Subjektives behauptet. Das verführerisch Falsche liegt darin, dass Harari zwei ganz verschiedene Begriffsarten gleich setzt. Der Begriff Götter ist ein Erkenntnisbegriff, der sich auf etwas außerhalb des Menschen Wahrzunehmendes bezieht, die Begriffe Staaten, Geld, Menschenrechte sind moralische oder Handlungsbegriffe, die etwas bezeichnen, was durch den Menschen erst entsteht, also als Wahrzunehmendes erst geschaffen wird. Letztere suggerieren, dass sie zunächst nur in der subjektiven Vorstellung des Menschen existierten, also rein subjektive Konstrukte seien, was mit der Gleichsetzung des Begriffes der Götter auch auf diesen übertragen wird.
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Das Urteil, Götter bestünden nur in der Vorstellung des Menschen, nicht in der Wirklichkeit, setzt die Erkenntnis darüber voraus, dass die Menschen früherer Zeiten ebenso wie in der Regel die Menschen heute keine Götter wahrgenommen hätten. Woher weiß er das? Den Nachweis bleibt Harari schuldig. Es ist völlig unhistorisch, den gegenwärtigen Bewusstseinszustand der Menschen einfach unreflektiert in die Zustände der Vergangenheit zurück zu projizieren, aus denen sich der gegenwärtige ja erst herausentwickelt hat.
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Aber auch die Subjektivität der moralischen oder Handlungsbegriffe ist eine unbelegte Behauptung. Der Mensch erfindet sie nicht (woher soll er sie haben?), sondern erfasst sie intuitiv aus einer gemeinsamen Ideenwelt, zu deren objektiven Bedeutung und frucht- bzw. unfruchtbarem Wirklichkeitsbezug sich jeder Mensch erheben und mit anderen darin übereinstimmen kann. Die Inhalte des Denkens sind objektiv, die Tätigkeit, sie hervorzubringen, ist subjektiv.
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Begriffe und Vorstellungen als subjektiv zu bezeichnen, ist im Grunde auch völlig absurd. Denn Harari beansprucht ja, dass eben sein Denkergebnis objektive Geltung habe. Den Inhalt seiner aus Begriffen bestehenden Theorie auf diese selbst angewendet, hebt sie auf.

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