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Die heilende Superkraft der Mundschleimhaut

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Wunden im Mundraum heilen besonders schnell und meist spurlos ab. Die zu Grunde liegenden Mechanismen könnten Forschern dabei helfen, Medikamente für chronische Wunden und Narben zu entwickeln.

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In Bethesda, Maryland, machten sich 30 gesunde Menschen auf Schmerzen gefasst. Forscherinnen und Forscher der US-amerikanischen National Institutes of Health führten eine Biopsie durch: Sie stanzten den Teilnehmern je drei Millimeter tief kreisrund Material aus der Wangeninnenseite heraus. Zusätzlich entnahmen sie ihnen eine Hautprobe knapp unterhalb der Achsel. Einige Zeit später schauten sich die Wissenschaftler die Wunden an Wangen und Haut noch einmal an. Der Unterschied zwischen den beiden verletzten Stellen war bemerkenswert: Die Wunden im Mund hatten sich innerhalb weniger Tage geschlossen. Die Schnitte am Arm hingegen bestanden auch nach zwei Wochen noch.

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Die Versuchsergebnisse, die im Jahr 2018 veröffentlicht wurden, kamen nicht unerwartet. Dass die Mundschleimhaut schneller heilt als die Haut an Rumpf und Extremitäten, ist kein Geheimnis. »Schneidet man sich in die Haut, dauert es über eine Woche, bis der Schnitt geheilt ist«, sagt die Leiterin des Experiments, Maria Morasso. Die Biologin arbeitet am National Institute of Arthritis, Musculoskeletal and Skin Diseases in Bethesda. »Wenn man sich auf die Wange beißt, mag das ziemlich weh tun, aber am nächsten Tag findet man die Verletzung schon nicht mehr.« In der Mundhöhle sind rasche Reparaturen sicherlich von Vorteil: Einerseits könnten Verletzungen durch Kaubewegungen weiter gereizt werden. Andererseits gedeihen die im Mundraum zahlreich vorkommenden Bakterien und Mikroben prächtig in den Schleimhautrissen.

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