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„Eine Weißwurst für 5 Euro – ohne mich!“ Metzgermeister Werner Braun reicht Positionspapier ein

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Die steigenden Stromkosten belasten die Handwerksbetriebe. Metzgermeister Werner Braun aus Wiedenzhausen fordert daher mit den Metzgereien der bayerischen Handwerksinnungen eine Strompreisbremse. „Wenn die Kosten weiter steigen, müsste ich für eine Weißwurst fünf Euro verlangen – aber lieber sperre ich zu!“
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Wiedenzhausen – Die steigenden Strompreise bringen Handwerksbetriebe in Existenznot. „In Oberbayern haben in den vergangenen Monaten zehn Kollegen aufgehört“, weiß Werner Braun, Metzgermeister aus Wiedenzhausen. Als Inhaber einer Metzgerei mit Gasthaus, aber auch als Obermeister der Metzgerinnung Dachau- Freising und als stellvertretender Landesinnungsmeister von Bayern beobachtet er diese Entwicklung mit Sorge – und kämpft dagegen an. Gemeinsam mit den Landesinnungsmeistern der Müller, Bäcker, Konditoren und Brauer übergab er an die bayerische Regierung ein Positionspapier. Die Hauptforderung: eine Strompreisbremse in Höhe von 13 Cent pro Kilowattstunde nicht nur für die Industrie, sondern für alle Handwerksbetriebe.

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5000 Euro pro Monat für Strom

Rund 5000 Euro pro Monat bezahlt Braun für Strom. Vor allem die lückenlose Kühlkette, die in der Fleischverarbeitung zwingend erforderlich ist, macht das Metzgergewerbe energieintensiv. Der Kühlraum verbraucht am meisten Energie, „der muss 24 Stunden an sieben Tagen laufen“, erklärt der Metzgermeister. Aufgrund der steigenden Preise musste Braun seine Preise bereits anheben. Wenn die Strompreise nun weiter steigen, sich wie prognostiziert verzehnfachen und die Betriebe die Kosten an die Kunden weitergeben, „dann wäre die Zukunft meines Betriebs ungewiss“, so Braun, der in Metzgerei und Gasthaus insgesamt rund 40 Angestellte hat. „Dann müsste eine Weißwurst fünf Euro kosten. Aber das mach’ ich nicht!“ Denn jeder Preis habe eine Schamgrenze. Und solch hohe Preise seien für Kunden nicht mehr bezahlbar, „das kann man den Leuten nicht aufbürden“. Bevor es so weit komme, „sperr ich zu“!

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13 Cent nicht auch für das Handwerk

Darum will Metzgermeister Braun, dass die Strompreise gedeckelt werden – auch für kleinere, handwerkliche Betriebe. Die bisherigen Pläne der Bundesregierung sehen vor, bei Industrieunternehmen die Strompreise bei 13 Cent pro Kilowattstunde zu deckeln, was „eine Benachteiligung kleiner, handwerklicher Betriebe“ bedeute, wie aus dem Positionspapier der bayerischen Ernährungshandwerke hervorgeht.

Eine weitere Forderung: „Die Preisbremsen bei Strom und Gas müssen auch für Altverträge, die bereits im Jahr 2022 zu massiv höheren Konditionen abgeschlossen wurden, gelten. Zusätzlich müssen die Preisdeckel auch für Spotmarktverträge gelten.“ Dieser Punkt betrifft möglicherweise auch bald Werner braun: Sein Vertrag läuft zum Ende des Jahres aus. Er überlegt sich, danach in den Spotmarkt zu gehen, wo Energie kurzfristig gehandelt wird. Durch das kurzfristige Angebot und die Nachfrage schwanken die Strompreise teils deutlich.

Werner Braun sowie weitere Vertreter der Innungen der bayerischen Ernährungshandwerke, darunter Bäcker Hans Wörmann aus Niederroth, überreichten das Positionspapier vergangene Woche an Staatskanzleichef Florian Herrmann und sprachen mit Regierungsvertretern über die Inhalte. „Wir fühlen uns verstanden von der Politik – gerade von der bayerischen.“ Deswegen bestehe Hoffnung, dass die Forderungen auch in Berlin erhört werden. „Wir kämpfen für unser Handwerk“, betont Werner Braun. „Sonst passiert genau das, was wir alle nicht haben wollen: dass wir uns mit industriell hergestellten Nahrungsmitteln ernähren müssen.“

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Quelle

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