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Getreide kann nicht aus der Ukraine raus, aber Waffen können rein?

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Wie verlogen die westlichen Anschuldigungen sind, Russland würde Getreideexporte aus der Ukraine behindern, sieht man schon daran, dass der Westen zwar unbegrenzt Waffen in die Ukraine liefert, aber angeblich kein Getreide aus dem Land holen kann.

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Dass die drohende Hungersnot nicht durch die angebliche Blockade ukrainischer Häfen durch Russland verursacht wird, habe ich sehr oft schon in eigenen Worten und ausführlichen Hintergründen aufgezeigt, hier finden Sie meinen letzten Artikel zu dem Thema. Ich daher jetzt keine weitere eigene Analyse schreiben, obwohl der Spiegel gerade wieder einen mit den üblichen Unwahrheiten vollgepackten Artikel veröffentlicht hat, der regelrecht um eine Antwort meinerseits bettelt, sondern hier will ich aufzeigen, wie die russische Regierung selbst auf die Vorwürfe aus dem Westen antwortet.

Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, hat dazu auf ihrer regulären Pressekonferenz am Mittwoch eine offizielle Erklärung abgegeben, die ich übersetzt habe.

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Beginn der Übersetzung:

Ich möchte die haarsträubenden Aussagen, Artikel und sonstigen Materialien kommentieren, die jetzt Teil der Medienkampagne sind. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, unser Land stelle eine Bedrohung für die weltweite Ernährungssicherheit dar.

In letzter Zeit häufen sich Äußerungen von Vertretern des Westens und leider auch von internationalen Organisationen, einschließlich der UNO, über die Gefahr einer großen Nahrungsmittelkrise aufgrund eines Mangels an Getreide und Düngemitteln auf den Weltmärkten, die angeblich durch das Vorgehen Russlands in der Ukraine ausgelöst wird. Diese verlogenen Anschuldigungen werden leider zu einem obsessiven Leitmotiv in den Reden amerikanischer und europäischer Offizieller, was es notwendig macht, noch einmal an die wahren Ursachen der auftretenden Probleme zu erinnern.

Was die Frage der Blockade des Seetransports ukrainischen Getreides betrifft, so betonen wir, dass die russische Seite die Ausfuhr von Getreide aus den ukrainischen Schwarzmeerhäfen nie verhindert oder behindert hat. Die sichere Schifffahrt in den ukrainischen Hoheitsgewässern und die Nutzung der Häfen ist aufgrund des hohen Risikos durch Minen und der Gefahr durch Beschuss derzeit unmöglich. All dies wurde von Kiew geschaffen.

Nach den vorliegenden Informationen hat die ukrainische Regierung rund 420 Ankerminen im Schwarzen Meer und im Asowschen Meer ausgelegt, von denen einige in den Seegebieten, in den Meerengen Bosporus und Dardanellen sowie in den Küstengewässern der Schwarzmeerstaaten, einschließlich der Türkei und Rumäniens, treiben. Darüber hinaus blockiert Kiew 70 ausländische Schiffe aus 16 Ländern in sechs Häfen – Cherson, Mykolaiv, Tschernomorsk, Otschakow, Odessa und Juschny – und hält sie fest. Überraschenderweise wird auch kaum erwähnt, dass es noch einige andere Möglichkeiten gibt, Getreide aus der Ukraine zu exportieren, darunter per Bahn und auf dem Wasserweg. Es sind die gleichen Wege, über die westliche Waffen ins Land kommen, darüber wird aber nichts gesagt.

Die Unlogik dessen, was jetzt zu diesem Thema in der Welt verbreitet wird, ist wie folgt: Alle erzählen, dass wegen des russischen Vorgehens nichts – vor allem keine Nahrungsmittel – aus der Ukraine exportiert werden kann. Gleichzeitig erklären praktisch dieselben Personen täglich, dass sie Waffen für das Kiewer Regime auf ukrainisches Gebiet liefern. Rüstungsgüter sind materiell etwas Großes und ziemlich schwer. Die Mengen, in denen diese Waffen geliefert werden, benötigen ein enormes und kolossales Ausmaß an LKW-Verkehr.

Nun stellt sich eine Frage. Das bedeutet, dass es alle Möglichkeiten gibt, Waffen aus dem Westen in die Ukraine zu bringen, aber aus irgendeinem Grund kann niemand etwas aus der Ukraine exportieren? Und das vor dem Hintergrund von Bildern, die in sozialen Netzwerken kursieren, auf denen Lastwagen zu sehen sind, die eindeutig mit Lebensmitteln beladen sind und die gerade die Ukraine verlassen und durch Europa fahren, oder Produkte, die eindeutig aus der Ukraine kommen, irgendwo in der EU abladen.

Wie passt das zusammen? Wie diese absolut widersprüchlichen Dinge von ein und denselben westlichen Politikern geäußert werden können, bleibt ein Rätsel. Meiner Meinung nach ist es unmöglich, solche Falschmeldungen zu verbreiten und irgendwem endlos die Schuld für die Probleme zu geben, die man selbst verursacht. Aber wie wir sehen, können die das.

Das russische Militär hat seinerseits die Voraussetzungen für das sichere Funktionieren von zwei humanitären Seekorridoren geschaffen: im Schwarzen Meer für die Ausfahrt aus den sechs genannten ukrainischen Häfen in südwestlicher Richtung und im Asowschen Meer für die Ausfahrt in Richtung Schwarzes Meer. Heute besteht die Möglichkeit, die Häfen von Mariupol und Berdjansk für die Ausfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu nutzen. Darüber bekräftigt Russland die Bereitschaft, die ungehinderte Ausfuhr ukrainischen Getreides durch ausländische Schiffe zu ermöglichen, sofern diese auf Waffenschmuggel kontrolliert werden und Kiew auf Provokationen, Drohungen mit Minen und Spannungen im Schwarzen Meer verzichtet.

Zum Thema Ernährungssicherheit sei daran erinnert, dass die Lebensmittel- und Energiepreise seit Anfang 2020 angesichts der Coronavirus-Pandemie, ungünstiger klimatischer Ereignisse und – vor allem – systemischer Fehlentscheidungen in der Finanz- und Wirtschaftspolitik der westlichen Länder erheblich gestiegen sind. Daraus resultieren die Schwierigkeiten auf den Weltmärkten: steigende Fracht- und Versicherungsraten, Unterbrechung der Verkehrsverbindungen. Das ist noch milde ausgedrückt. Es war ein Zusammenbruch der Transportlogistik und des Versicherungssystems als Folge der Pandemie. Zu all dem kamen noch einseitige Sanktionen hinzu.

All das, und vor allem die einseitigen Sanktionen, die von Washington und auf seinen Druck von der EU verhängt wurden, haben die Situation bis auf das Äußerste verschärft. Ich würde es nicht einmal als einseitige Sanktionen bezeichnen, sondern eher als Sanktionsfolter gegen unser Land. Die Störung des Zahlungsverkehrs und der Logistik, die Schließung ausländischer Häfen für russische Ladungen und das Verbot, russische Häfen anzulaufen, die Androhung von Massenkonfiszierungen von Ladungen und die Weigerung, sie zu versichern – das ist nur eine oberflächliche Aufzählung der zerstörerischen Folgen der Sanktionspolitik, denn all dies stört den Export von Lebens- und Düngemitteln auf die Weltmärkte.

Die westlichen Regime selbst müssen ihr Handeln mit der Wahrnehmung der Weltöffentlichkeit vergleichen. Im Westen wissen sie sehr wohl, dass es – auch wenn es ihnen irgendwie gelingt, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen – in unabhängigen Ländern spezialisierte Strukturen wie Landwirtschafts-, Industrie- und das Verkehrsministerien gibt, die wissen, was die westlichen Regime tun, um den europäischen Kontinent völlig zu blockieren und die geringste Möglichkeit der Wiederherstellung einer normalen Wirtschaftstätigkeit zu verhindern. Das führt nicht nur zu Ernährungsproblemen, sondern auch zu all den anderen Problemen. Wozu wird das alles gemacht?

Bei all dem Albtraum, der sich abspielt, verweisen westliche Vertreter erklärtermaßen auf humanitäre Ausnahmen für landwirtschaftliche Erzeugnisse, die in der Wirklichkeit durch strenge Kontrollmaßnahmen über die Einhaltung der anti-russischen Sanktionen, bis hin zu Strafanzeigen mit der entsprechenden einschüchternden Wirkung, zunichte gemacht werden.

Das heißt, einerseits sagen sie, dass man die Bedrohung für die Lebensmittelsicherheit minimieren muss, aber andererseits tun sie alles, um sie selbst zu schaffen: Sie blockieren die Logistik, den Zahlungsverkehr, verhängen Sanktionen gegen Lieferanten und alle, mit denen die dabei zusammenarbeiten. Wozu wird das getan?

Das Ziel ist offensichtlich: die russische Wirtschaft und den europäischen Kontinent, das ist jetzt offensichtlich, zu isolieren und ihnen größtmöglichen Schaden zuzufügen. Man muss es zugeben, das ist eines der Ziele Washingtons und der derzeitigen Regierung. Sie interessieren sich nicht für die drohenden Folgen für die Weltwirtschaft und für die Kosten anderer Länder. Washington hat sich immer als herausragend angesehen und seine Interessen an die erste Stelle gestellt. So machen sie es auch dieses Mal.

Wir unsererseits bekräftigen unsere Bereitschaft, unsere Verpflichtungen beim Export von Getreide, Düngemitteln, Energie und anderen wichtigen Produkten weiterhin zu erfüllen. Bis Ende des Jahres werden wir in der Lage sein, die Weltmärkte mit rund 25 Millionen Tonnen Getreide und mindestens 22 Millionen Tonnen Düngemitteln zu versorgen.

Trotz des beispiellosen Drucks durch die Sanktionen setzen wir die kommerziellen Lebensmittellieferungen über bilaterale Kanäle und die Nahrungsmittelhilfe für Bedürftige über das zuständige Welternährungsprogramm fort, insbesondere für Jemen, Kirgisistan, Libanon, Sudan, Tadschikistan und Kuba.

In diesem Sinne fordern wir die Vertreter der westlichen Länder und der UNO auf, von haltlosen Anschuldigungen abzusehen und den wahren Ursachen dieser Krise auf den Grund zu gehen, die in erster Linie durch ihr eigenes kurzsichtiges und fehlerhaftes Handeln hervorgerufen wurde.

Ich beobachte, wie die westlichen Regime jetzt Lebensmittel horten. Eine Frage: Ersticken Sie nicht an der Behauptung, dass die Welt hungert? Alles gut bei Euch? Macht Euer Gewissen Euch keine Probleme?
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Ende der Übersetzung

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Quelle

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