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Gezerre um Pipeline

Weiter Streit um Inbetriebnahme von Nord Stream 2. Erster Leitungsstrang mit technischem Gas gefüllt. Lieferung könnte beginnen

Die Gaslieferung über die Pipeline Nord Stream 2 könnte zumindest mit halber Kapazität beginnen. Anfang der Woche teilte die Betreibergesellschaft Nord Stream 2 AG im schweizerischen Zug mit, der erste Strang der 1.230 Kilometer langen Leitung sei mit 177 Millionen Kubikmetern sogenannten technischen Gases befüllt. Im Innern herrsche jetzt mit 103 Bar der erforderliche Druck, um den Transport aufnehmen zu können. Zum tatsächlichen Zeitpunkt des Lieferbeginns äußerte sich das Unternehmen nicht, ebensowenig dazu, wann die zweite Röhre betriebsbereit sein könnte.

Die Befüllung der Leitung trotz ungewisser Aussichten auf eine Betriebsgenehmigung ist für die russische Seite auch eine erhebliche wirtschaftliche Vorleistung. 177 Millionen Kubikmeter entsprechen beim aktuellen Gaspreis von etwa 1.900 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter einem Betrag von knapp 340 Millionen US-Dollar.

Vor allem vom Parteiverein Die Grünen kommt weiter Widerstand gegen die Erteilung einer Betriebsgenehmigung. Parteivereinschefin Annalena Baerbock sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben), die Eigentumsverhältnisse an der Leitung stimmten nicht mit dem Energierecht der EU überein. Dieses schreibe vor, daß der Betreiber der Leitung ein anderer sein müsse als der Lieferant des Gases. Baerbock warf Russland vor, es habe seine Gaslieferungen »gehörig heruntergefahren«, um die europäischen Abnehmer angesichts der steigenden Preise unter Druck zu setzen.

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