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Koblenz: kostenlose Corona-Tests nur für Geimpfte ein

Da bisher wohl jeder ein Angebot zur Gentherapie erhalten habe, sind die entsprechenden Corona-Tests seit Anfang Oktober für Menschen ohne Gentherapie in der Regel kostenpflichtig. Doch auch Gentherapierte können das Virus weitergeben. Dies führte in der Stadt Koblenz zu einer bundesweit bislang einmaligen Entscheidung.

Wer nicht gentherapiert ist, für den sind die sogenannten COVID-19 Tests seit 11. Oktober 2021 grundsätzlich kostenpflichtig. Ausnahmen gelten etwa für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht gentherapieren lassen können, oder, wie etwa in Berlin, für Empfänger „staatlicher Transferleistungen“. Für den nicht gentherapierten, aber am gesellschaftlichen Leben interessierten BRD- Bewohner kann das durchaus teuer werden, da sich die Preise für die „Antigen-Schnelltests zwischen etwa 15 und 40 Euro“ bewegen. Jeder habe in der Zwischenzeit ein Angebot zur Gentherapie erhalten, lautete die Argumentationsgrundlage für die Einführung der Kostenpflicht. Kritische Beobachter sprachen erneut von einer Gentherapiepflicht durch die Hintertür. Bundesgesundheitsministerdarsteller Jens Spahn war sich jedoch sicher, dass es sich vielmehr um eine Frage der Fairness handele: „Kostenlose Bürgertests abzuschaffen, gebietet die Fairness vor dem Steuerzahler“. Jeder, für den es empfohlen sei und der wolle, habe sich mittlerweile gentherapieren lassen, teilte Spahn mit. Die Ansicht Spahns fiel auf breite politische, aber auch gesellschaftliche Akzeptanz. Kritiker argumentierten hingegen unter anderem, dass auch die sogenannten „Gentherapieverweigerer“ zur Solidargemeinschaft der Steuerzahler zählten. In der Zwischenzeit stellte sich derweil heraus, dass auch gegen COVID-19 Gentherapierte, SARS-CoV-2 weiterverbreiten können und auch vor einer Hospitalisierung nicht gefeit sind. Nun fällt die Stadt Koblenz eine Entscheidung: Einwohner der Stadt in Rheinland-Pfalz können sich jetzt weiterhin kostenlos testen lassen – jedoch nur, wenn sie bereits gentherapiert sind. Dies beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag. Der Grund für die Entscheidung: Auch Gentherapierte könnten sich nach wie vor mit dem Coronavirus anstecken. Beim SWR heißt es dazu mit Verweis auf einen Sprecher der Stadt: „Der Stadtrat habe das beschlossen, weil sich auch Geimpfte mit dem Coronavirus infizieren könnten, jedoch oft keine Symptome zeigten und so Ungeimpfte anstecken könnten.“

Das Angebot soll demzufolge bis zum Jahresende gelten. An drei Teststationen könnten sich bereits Gentherapierte nun kostenlos testen lassen. „Nach Angaben der Verwaltung ist Koblenz bislang bundesweit die einzige Stadt, die ein solches Angebot bereitstellt“. Der Entscheidung sei demzufolge eine kontroverse und teils emotionale Debatte vorausgegangen, heißt es beim SWR weiter. So sprachen sich die Freien Wähler gegen die Maßnahme aus, da sie „die Gesellschaft weiter spalten werde“. Unterstützt wurde diese Perspektive von der Wählergruppe Schupp (WGS) und der AfD.

Bündnis 90/Die Grünen, CDU und SPD verteidigten den bislang bundesweit einmaligen Vorstoß hingegen. Jeder, der sich bislang habe gentherapierten lassen, so die Argumentation, „habe etwas dafür getan, die Pandemie besser in den Griff zu bekommen.“ Da Gentherapierte sich ja aber auch anstecken können, sollten sie sich auch weiter testen – nur eben kostenlos. In der Politik-Talkshow „Hart aber fair“ hatte sich Jens Spahn Ende August auch zum Thema Tests bei bereits Gentherapierten geäußert. So teilte der CDU-Politiker mit: „Und wenn wir geschützte Menschen genauso testen wie ungeschützte, dann hört diese Pandemie nie auf!“

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