Neuigkeiten / Berichte / Bild + Videoinformationen

Kognitive Dissonanz

.

Historisches: Leon Festinger revolutionierte in den 1950er Jahren mit seiner Theorie der Kognitiven Dissonanz die Psychologie, denn erstmals befasste sich eine Theorie der wissenschaftlichen Psychologie mit der Dynamik der menschlichen Psyche. Zwar hatte auch schon die Psychoanalyse Sigmund Freuds versucht, die Psyche als dynamisches Geschehen darzustellen, doch wurde sie innerhalb der wissenschaftlichen Psychologie insbesondere in Europa nicht anerkannt. Festinger war zwar kein Psychoanalytiker, stieß jedoch in seiner Forschung auf ähnliche Phänomene wie Freud. (Stangl, 2021).

Die kognitive Dissonanz bezeichnet in der Sozialpsychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass mehrere Kognitionen – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten – nicht miteinander vereinbar sind. Diese ursprüngliche Definition wurde inzwischen dahingehend verfeinert, dass kognitive Dissonanz durch die Unvereinbarkeit von Kognitionen und der Wahrnehmung eigener Handlungen entsteht. Beispiel: So kann ein Student, der sich für sehr intelligent hält, aber dauernd schlechte Noten bekommt, diese Dissonanz beseitigen, indem er sich sagt, Noten seien ohnehin unwichtig und hätten wenig mit Intelligenz zu tun (Senkung der Wichtigkeit), beschließen, dass äußere Umstände verantwortlich sind, wie z.B. ungerechte Notenvergabe oder zu große Belastung durch den Nebenjob (konsonante Elemente zufügen), oder er kann bessere Noten bekommen oder seine Meinung über seine Intelligenz revidieren (dissonantes Element beseitigen). Bis auf das Bessere-Noten-Bekommen sind dies alles Beispiele für Haltungsänderungen aufgrund von Handlungen. Kognitive Dissonanz motiviert Personen, die entsprechenden Kognitionen miteinander vereinbar zu machen, wobei unterschiedliche Strategien benutzt werden, wie beispielsweise Verhaltensveränderungen oder Einstellungsveränderungen (Rechtfertigungen). (Stangl, 2021).

.

Weiterlesen

.

.