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Mainstream, aber wichtig: 117 Gasversorger erhöhen bis Januar ihre Preise

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Kraftwerk mit qualmenden Schloten (Symbolbild): Wer ein Einfamilienhaus mit Gas heizt, bezahlt derzeit deutlich mehr. (Quelle: instamatics/Thinkstock by Getty-Images)

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Die Heizkosten kennen derzeit nur eine Richtung: nach oben. In den kommenden Monaten wird es für mehr als 13 Millionen Haushalte teurer. Doch Verbraucher müssen dem nicht tatenlos zusehen.

Die Gaspreiswelle rollt weiter: Im ganzen Bundesgebiet steigen die Heizkosten. Im November, Dezember und Januar erhöhen 117 regionale Gasversorger die Preise um durchschnittlich 22 Prozent. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox, die t-online exklusiv vorliegt.

Wer ein Einfamilienhaus mit Gas beheizt, bezahlt rund 310 Euro mehr. Insgesamt leben in den betroffenen Gebieten mehr als 13 Millionen Haushalte.

Gaspreise bleiben bei strengem Winter hoch

„Eine Ende der Gaspreiswelle ist bisher nicht in Sicht“, sagt Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. „Viele Versorger werden noch weiter an der Preisschraube drehen.“ Dieser Trend werde auch mittelfristig anhalten.

Auch die Internationale Energieagentur (IEA) warnt vor anhaltend hohen Gaspreisen. „Wenn wir in Europa keinen strengen Winter haben und Russland die Exporte erhöht, werden wir eine relative Abschwächung der Preise erleben“, sagt IEA-Chef Fatih Birol. „Es ist jedoch möglich, dass die Preise erhöht bleiben, wenn die Gaslieferungen nach Europa nicht steigen und der Winter hart ist.“

Noch bis zum 20. November haben die Gasversorger Zeit, Preiserhöhungen für das kommende Jahr anzukündigen. Sollte das der Fall sein, haben die Verbraucher ein Sonderkündigungsrecht. Sie können dann in der Regel ohne Einhaltung einer Frist aus dem Vertrag und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Das kann sich lohnen – gerade bei einem Wechsel aus der teuren Grundversorgung. Lesen Sie hier, wie Sie aus langfristigen Verträgen herauskommen.

Gas ist im Großhandel deutlich teurer geworden

Der wichtigste Grund für die Gaspreiserhöhungen sind historisch hohe Großhandelspreise für Erdgas. Sie haben aufgrund der hohen internationalen Gasnachfrage und der vergleichsweise leeren Gasspeichern im Laufe des Jahres neue Höchststände erreicht.

An den Spotmärkten, wo Gas kurzfristig gehandelt wird, haben sich die Preise für Erdgas vervielfacht. Aktuell steht der Preis für eine Megawattstunde bei knapp 71 Euro. Zum Vergleich: Im langjährigen Mittel bewegt sich der Preis je Megawattstunde zwischen 10 und 25 Euro.

Die Einfuhrpreise für Erdgas, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gemessen werden, sind in den vergangenen 12 Monaten um 134 Prozent gestiegen. Lag der Grenzübergangspreis im August 2020 für eine Megawattstunde Erdgas bei 10,14 Euro, so kostete die gleiche Menge im August 2021 bereits 23,69 Euro.

CO2-Abgabe steigt zum Jahreswechsel an

Auch der CO2-Preis verteuert das Heizen. Zum Jahreswechsel 2021/2022 steigt die CO2-Abgabe von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne. Im Jahr 2021 bezahlte ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh (Einfamilienhaus) dafür 108 Euro, im kommenden Jahr sind es 130 Euro. Das entspricht Mehrkosten von 22 Euro. In den nächsten Jahren soll die CO2-Abgabe weiter steigen.

Die Netzgebühren für Gas steigen zum Jahreswechsel um rund 2 Prozent an. Bei einem Verbrauch von 20.000 kWh pro Jahr liegen die Netzentgelte im Jahr 2021 im Bundesschnitt bei 325 Euro netto. Laut aktuellem Stand wird sich dieser Wert um 5 Euro auf 330 Euro netto pro Jahr erhöhen.

Quelle

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