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Mehrere Festnahmen am Trocadéro in Paris: Wie „Baby-Gangs“ Jagd auf Touristen machten

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Die Namen der Orte sind verschieden: Peschiera del Garda, Saint-Denis bei Paris, nun ein Platz im Herzen der französischen Hauptstadt. Die Realitäten sind allerdings ähnlich: „Unbegleitete Jugendliche“ stiften Unfrieden und werden kriminell in einer Gesellschaft, zu der sie nicht gehören.
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Die Serie der Vorfälle in Frankreich und Italien nimmt kein Ende. Mit anderen Worten: Es sind keine isolierten Ereignisse mehr, eine neue Normalität hat sich schon etabliert. Erst der Raubfeldzug junger Nordafrikaner auf britische und spanische Fußballfans in Saint-Denis, dann ein Afrika-Fest am Gardasee, nun der Trocadéro-Platz im Herzen von Paris.

Letzte Woche, in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, wurden dort massenhaft Touristen zum Opfer von Kriminellen. Die meist minderjährigen Täter attackierten die Touristen zum Teil mit zerschlagenen Flaschen, um an ihre Uhren, an Schmuck und andere Habseligkeiten zu kommen. Das tweetete ein Sprecher der unabhängigen Polizeigewerkschaft Commissaires de Police (SICP).

„Paris ist ein Fest… und ein Ort für Razzien“, schrieb der Figaro etwas verzweifelt. Zwölf junge Männer seien in jener Nacht im Umfeld des Trocadéro festgenommen worden. „Um 22.30 Uhr wurde einem Touristen seine Halskette gestohlen, als er einen Blick auf den Eiffelturm warf“, schreibt der Journalist Amaury Bucco auf Twitter.

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Kleinkriminelle verabreden sich zu ihren Aktionen

Ein Mann, der zum Opfer der Kriminellen wurde, erlitt Verletzungen an Kopf und Armen, als er sich gegen die Diebe wehrte. Einem asiatischen Paar wurde das iPhone gestohlen, einer anderen Touristengruppe wurde ein Chanel-Collier entwendet, nachdem man sie mit Tanzschritten abgelenkt hatte. Dabei ist davon auszugehen, dass sie sich mehr oder minder an gewissen Orten verabreden, um sich gegenseitig durch das entstehende Chaos zu unterstützen. Ähnlich war das Bild am Stade de France, wo englische und spanische Fußballfans zum Opfer einer solchen abgesprochenen Aktion wurden.

Der Trocadéro ist der Platz am Fuß des Eiffelturms, ein klassischer Touristenort, doch auch eine kahle Fläche, auf beiden Seiten flankiert von einem monumentalen Bau aus den Dreißigerjahren. Trotz der Weite des Platzes fühlt sich das Ensemble etwas klaustrophobisch an: Domplatte à la française.

Und an Köln erinnern auch politische Beobachter in Frankreich und Italien in diesen Tagen, wenn sie versuchen, der Öffentlichkeit das Ausmaß des Geschehens nahezubringen. So sagte etwa Marine Le Pen in der Diskussion über das Stade de France, dass nun auch Innenminister Gérald Darmanin am „Köln-Syndrom“ („syndrome de Cologne“) leide. „In unverschämter Weise“ habe er vor dem Senat gelogen. Mit dieser Ansicht steht Le Pen nicht allein.

Der Eindruck ist weit verbreitet, dass Darmanins Auftritte im Senat von zwei Arten der Lüge geprägt waren: Zum einen sollte die Rolle der maghrebinischen Straßendiebe bei den Geschehnissen am Stade de France nicht in den Blick der Öffentlichkeit geraten. Das war eine „Lüge durch Unterlassung“. Daneben könnte es eine wirkliche Lüge Darmanins und der Sportministerin Amélie Oudéa-Castéra gegeben haben, nämlich die Aussage, dass zehntausende gefälschte Eintrittskarten der britischen Fans der Grund für die Eskalation gewesen wären.

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