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Moskau: „Europa wird ohne russisches Öl leben müssen“

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Reaktion auf Kappung für Preis von Erdöl über Seeweg. Maßnahme tritt am Montag in Kraft. Konsequenzen sind offen.

Je näher der Montag rückt, desto mehr steigt die Spannung: Wie werden Moskau und die Energiemärkte auf den Preisdeckel für Tankschiff-Erdöl aus Russland reagieren. Ende der Woche hatte sich die G7 der Entscheidung der EU-Mitgliedsstaaten angeschlossen, den Kaufpreis für russisches Erdöl, das über den Seeweg ausgeliefert wird, auf maximal 60 US-Dollar (derzeit 57 Euro) pro Barrel (159 Liter) zu begrenzen. Die unilaterale Regelung tritt am morgigen Montag (05.12.2022) in Kraft.

Die Regierung von Präsident Wladimir Putin hält sich konkrete Schritte offen. „Wir werden diese Preisbegrenzung nicht akzeptieren“, zitierten russische Staatsmedien Kremlsprecher Dmitri Peskow. Russland sei auf die Maßnahme der EU und der G7 vorbereitet, hieß es weiter aus Moskau. Man werde die Situation zügig analysieren und sich in Folge zu konkreten Gegenmaßnahmen äußern.

Detailliertere Angaben machte der russische Botschafter bei internationalen Organisationen in Wien, Michail Uljanow, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Europa werde „ohne russisches Erdöl auskommen müssen„, zitierte ihn die Nachrichtenagentur Ria Nowosti. „Von diesem Jahr an wird Europa ohne russisches Öl leben“, so das Zitat Uljanows.

Experten und Medien verwiesen darauf, dass der Preisdeckel über einen Umweg durchgesetzt werden soll. Versicherungen und Reedereien dürfen sich im Rechtsraum der EU nur an russischen Ölgeschäften beteiligen, wenn der Rohstoff für unter 60 US-Dollar verkauft wird. Die Maßnahme wird allerdings schon jetzt von zahlreichen Akteuren unterlaufen, vor allem in der Türkei.

Putin hatte schon vor der EU- und G-7-Entscheidung eingeworfen, dass Russland keine Energieträger zum Nachteil seiner Interessen liefern werde. Auch der stellvertretende Premierminister Alexander Nowak bekräftigte, Moskau werde kein Erdöl in Länder exportieren, die sich der Preisobergrenze anschließen – „weder für 60 US-Dollar noch zu einem anderen Preis“. Russland werde aber mit Akteuren zusammenarbeiten, die bereit sind, gängige Marktbedingungen zu akzeptieren.

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