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Munition in AKWs und Zwangsmobilisierungen: Die Ereignisse des 23. Januar

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Hier übersetze ich die Zusammenfassung der Ereignisse in und um die Ukraine vom 23. Januar, wie sie in der russischen Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht wurde.

Die russische Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht fast jeden Abend eine Zusammenfassung der Ereignisse des Tages in und um die Ukraine. Ich werde versuchen, möglichst jede Zusammenfassung zu übersetzen, auch wenn ich nicht garantieren kann, dass ich das jeden Tag leisten kann, zumal die Zusammenfassung mal am frühen Abend, mal spät in der Nacht erscheint.

Hier übersetze ich die Zusammenfassung vom 23. Januar.

Beginn der Übersetzung:

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Munitionsdepots in Kernkraftwerken und Diskussionen über Panzer für Kiew: Die Lage in der Ukraine

Was sich in der Ukraine abspielt, ist kein hybrider Krieg mehr, sondern ein echter Krieg des Westens mit Russland, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag und wies darauf hin, dass sich die westlichen Länder seit langem darauf vorbereitet hätten.

Der russische Auslandsgeheimdienst (SVR) erklärte, dass die ukrainischen Streitkräfte die von westlichen Ländern gelieferte Munition auf dem Gelände von Kernkraftwerken lagern, in der Hoffnung, dass die russische Seite, die sich der Konsequenzen bewusst ist, nicht auf die Anlagen schießt. Kiew hat die Einrichtung von Waffenlagern in ukrainischen Kernkraftwerken bestritten.

Die TASS hat die wichtigsten Informationen über die Ereignisse in der und um die Ukraine zusammengestellt.

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Verlauf der Operation

Mehr als 60 ukrainische Soldaten, zwei gepanzerte Fahrzeuge, zwei Msta-B- und D-30-Haubitzen sowie ein in den USA hergestelltes AN/TPQ-50-Batterieabwehrradar wurden in der Nacht bei Donezk zerstört, sagte Generalleutnant Igor Konaschenkow, der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums. Die Artillerie des westlichen Militärbezirks beschoss Ansammlungen der 14. und 92. mechanisierten Brigaden der ukrainischen Armee bei Kupjansk, wobei mehr als 40 ukrainische Soldaten vernichtet wurden, fügte er hinzu.

Bei Krasnoliman verlor die ukrainische Armee infolge der Aktionen russische Artilleristen und Fallschirmjäger an dem Tag bis zu 70 Soldaten sowie zwei US-Radare und andere militärische Ausrüstung, so Konaschenkow. Darüber hinaus haben russische Flugzeuge, Raketentruppen und Artillerie in der Nacht 63 Artillerieeinheiten der ukrainischen Streitkräfte beschädigt.

Nach Angaben des Hauptquartiers der DNR-Territorialverteidigung ist das Dorf Krasnopoliwka bei Soledar unter die Kontrolle der russischen Streitkräfte gekommen.

Die ukrainischen Kräfte haben Soledar fast vollständig zerstört, es gibt fast keine unbeschädigten Gebäude mehr in der Stadt, sagte der amtierende Chef der DNR, Denis Puschilin. Auf dem Rückzug aus der Stadt sprengten die ukrainischen Streitkräfte Salzminen von innen, um mehr Schaden anzurichten, fügte er hinzu.

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Erzwungene Mobilisierung

Der ukrainische Präsident Wladimir Selensky hat das Kommando der ukrainischen Streitkräfte angewiesen, Personalreserven zu bilden, damit sich die an Kampfeinsätzen beteiligten Soldaten im Hinterland erholen können. In ukrainischen Medien sind zahlreiche Berichte darüber erschienen, dass Mitarbeiter der territorialen Rekrutierungs- und Sozialhilfezentren (das Gegenstück zu den Militärkommissariaten in Russland) Einberufungsbefehle an Männer direkt auf der Straße aushändigen, oft unter Anwendung von Gewalt. (Anm. d. Übers.: Davon kursieren viele mehr oder weniger heimlich gemachte Videos im Netz, wie diese Beispiele aus Odessa zeigen)

Vertreter der der Sicherheitsbehörden der DNR erklärten gegenüber der TASS, dass die ukrainischen Behörden aus den von Kiew kontrollierten Gebieten der Donezker Volksrepublik Männer unter dem Vorwand der Evakuierung gewaltsam abführen, um ihnen dann Einberufungsbefehle zu überreichen und sie an die Front zu schicken. Das Hauptaugenmerk der neuen Welle der Zwangsmobilisierung liegt nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden auf den Bewohnern des Donbass. Ein Gesprächspartner sagte der TASS, dass bereits Dutzende von Fällen bekannt seien, und dass sich unter den zwangsweise an die Front Geschickten nicht nur Menschen im wehrpflichtigen Alter, sondern auch ältere befänden. (Anm. d. Übers.: Ungarische Medien melden außerdem massenhafte Zwangsmobilisierungen in der ungarisch bewohnten West-Ukraine, was das Verhältnis zwischen Ungarn und der Ukraine, das wegen der Diskriminierung der ungarischen Minderheit ohnehin angespannt ist, weiter belasten könnte)

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Krieg auf Kosten des Friedensfonds

Die Außenminister der EU haben sich auf eine neue Tranche von 500 Millionen Euro an Militärhilfe für die Ukraine aus dem Europäischen Friedensfonds geeinigt.

Die ungarische Regierung werde die EU nicht daran hindern, Waffenlieferungen an die Ukraine zu finanzieren, obwohl sie diese Aktionen nicht unterstützt, weil sie sie für schädlich hält, sagte der ungarische Außenminister Peter Szijjártó.

Dmitrij Peskow, der Pressesprecher des russischen Präsidenten, sagte, dass alle Länder, die sich auf die eine oder andere Weise an der Lieferung von Waffen in die Ukraine beteiligen, „die Verantwortung dafür tragen“ und dass „dass es das ukrainische Volk ist, das für all diese Aktionen, für all diese Pseudo-Unterstützung bezahlen muss.“

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Munition in Kernkraftwerken

Die ukrainischen Streitkräfte lagern von westlichen Ländern gelieferte Munition auf dem Gelände von Kernkraftwerken, so die Pressestelle des russischen Außenministeriums. Die Rede ist zum Beispiel um Raketen für HIMARS-Mehrfachraketenwerfer. Der russische Geheimdienst SVR erklärte, das Kalkül des ukrainischen Militärs beruhe darauf, dass die russischen Streitkräfte, die sich der Gefahr einer nuklearen Katastrophe bewusst sind, keine Kernkraftwerke angreifen würden, und wenn es aufgrund einer „verirrten“ Rakete der ukrainischen Luftabwehr zur Explosion von Depots und zur Zerstörung eines Kernkraftwerks komme, könne die Schuld an der Tragödie Moskau zugeschoben werden.

Renat Karchaa, Berater des Konzernchefs von Rosenergoatom, sagte, dass die Pläne für die Lagerung von Munition in ukrainischen Kernkraftwerken nur von den USA stammen könnten, da ihnen die möglichen Folgen einer Explosion in einem Kernkraftwerk völlig gleichgültig seien.

Der Berater des Leiters des ukrainischen Präsidialamtes, Michail Podolyak, erklärte, dass Kiew niemals Munition auf dem Gelände der Atomanlagen des Landes gelagert habe.

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Geplanter Terrorismus

Die Geschehnisse in der Ukraine sind kein hybrider Krieg mehr, sondern ein echter Krieg zwischen dem Westen und Russland, so der russische Außenminister Sergej Lawrow. Er wies darauf hin, dass der Westen diesen Krieg seit langem vorbereitet habe und „versucht, alles Russische zu vernichten: von der Sprache bis zur Kultur.“ Wenn Kiew wählt für seine Angriffe gezielt Ziele aus, um die Zivilbevölkerung zu terrorisieren, betonte der Minister. Er fügte hinzu, dass „der Westen sehr wohl weiß, dass das ukrainische Regime mit westlichen Waffen absichtlich Städte und bewohnte Gebiete bombardiert.“

Zu möglichen Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau meinte Lawrow, die ukrainische Regierung könne durch Vermittler erklären, wie sie die weitere Entwicklung der Situation und mögliche Verhandlungen mit Russland sieht, denn „je länger sie sich weigern zu verhandeln, desto schwieriger wird es, eine Lösung zu finden.“

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Panzer-Akrobatik

Die Gespräche über mögliche Lieferungen deutscher Leopard-2-Panzer an Kiew gehen im Westen weiter. Deutschland hat den Forderungen der Ukraine und mehrerer EU-Länder, die Wiederausfuhr der Panzer zu erlauben, noch nicht zugestimmt. Die deutsche Regierung erklärte, dass sie keine derartigen Anfragen erhalten habe. Gleichzeitig erklärte der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki, dass die Regierung seines Landes beabsichtigt, eine formelle Anfrage an Deutschland zu richten, der Lieferung von Leopard an die Ukraine zuzustimmen. Aber falls Deutschland sich weigern sollte, würden sie Panzer trotzdem im Rahmen einer kleinen Koalition von Ländern an Kiew weitergeben.

Die französische Außenministerin Catherine Colonna forderte die EU-Mitgliedstaaten auf, sich nicht auf Panzerlieferungen an die Ukraine zu konzentrieren, sondern den „aktuellen Bedarf“ Kiews zu befriedigen, den sie bei Luftabwehr, Munition und der Wartung der Ausrüstung sieht.

Peskow bezeichnete die Debatte über deutsche Panzer, die mit Drohungen Warschaus gegen Berlin einhergeht, als „juristische Akrobatik“. „All dies zeige, dass die Nervosität unter den Bündnismitgliedern immer mehr zunimmt“, sagte er.

Ende der Übersetzung

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Quelle

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