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Nach 38.000 Klagen: Johnson & Johnson nimmt Babypuder vom Markt

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Nach milliardenschweren Niederlagen vor Gericht stoppt Pharmariese Johnson & Johnson den Verkauf seines Talk-Babypuders weltweit. Man streitet weiterhin alle Vorwürfe ab. 

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Der Pharmakonzern Johnson & Johnson wird den Verkauf von seinem Babypuder, das auf Talkum basiert, im nächsten Jahr weltweit einstellen. Das hat der Konzern am Donnerstag mitgeteilt. In den USA stoppte man den Verkauf bereits im Jahr 2020, nachdem Tausende Verbraucher geklagt hatten.

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Förderte Babypuder Krebs?

Mit insgesamt 38.000 Klagen ist Johnson konfrontiert. Die Verbraucher und ihre Hinterbliebenen werfen dem Konzern vor, dass das Produkt mit Asbest kontaminiert gewesen sei und deshalb Krebs verursacht habe.

Johnson spricht von „Fehlinformationen“ rund um die Sicherheit des Produkts. Das hatte den Pharmariesen dazu veranlasst, in den Vereinigten Staaten und Kanada den Verkauf einzustellen. Im nächsten Jahr soll es nun weltweit vom Markt genommen werden.

Die Vorwürfe werden vehement bestritten. Stattdessen hätten „jahrzehntelange wissenschaftliche Tests und behördliche Zulassungen“ gezeigt, dass der benutzte Talk asbestfrei sei. Bei der Verkündung des weltweiten Verkaufstopps am Donnerstag, wiederholte man diese Ansicht.

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Niederlagen vor Gericht

Vorgesorgt hat Johnson bereits. Die Tochtergesellschaft LTL Management hatte man im Oktober ausgegliedert, Talkansprüche abgetreten und in Konkurs geschickt. Damit wurden die anhängigen Klagen gestoppt. Die Kläger sagen nun, Johnson müsse sich gegen die Klagen verteidigen, während Johnson sagt, es habe sich um einen „gerechten Weg“ gehandelt, die Kläger zu entschädigen.

LTL hatte bei Konkursanmeldung Kosten in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar durch Urteile und Vergleiche zu tragen. Ein Gerichtsurteil hatte 22 Frauen über 2 Milliarden Dollar zugesprochen.

Das Talkum-Puder wird nun durch ein Babypuder ersetzt, das auf Maisstärke basiert. Schon jetzt werde das neue Produkt „in vielen Ländern der Welt verkauft“, sagt der Konzern.

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Quelle 

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