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Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 66

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Nachdem die Türkei, stolzer Besitzer von 364 Leopard-Panzern,  2018 einige davon in Syrien zum Einsatz gebracht hatte, meldete die britische Daily Mail über den Erfolg des angeblich “weltbesten” Kampfpanzers: “Angesichts der Tatsache, dass die Panzer in großem Umfang von NATO-Mitgliedern – darunter Kanada, die Niederlande, Dänemark, Griechenland und Norwegen – betrieben werden, ist es besonders peinlich, dass sie von syrischen Terroristen so leicht zerstört werden können, obwohl sie der russischen Armee gewachsen sein sollen.”

Anlass für diesen Artikel hatte ein Video der ISIS gegeben, das zehn zerstörte Leos (Stückpreis 7 Mio. Euro) zeigte. Man sollte das Filmchen jetzt vielleicht noch einmal kurz im Bundestag vorführen, um kriegsgeile Parlamentarier und die Journaille von ihrem Panzer-Fetischismus zu kurieren. Wenn Leopoarden schon von ein paar islamistische Wickelmützen reihenweise verschrottet werden, was sollen sie denn bitteschön gegen eine hundertfach stärkere russische Armee ausrichten ? Und wenn sie doch keine Papier-Tiger sind und man nur genug davon einsetzen muss, um die Schlacht zu wenden und Russland zu besiegen – warum haben die NATO-Mitglieder, bei denen sie “in großem Umfang” herumstehen, noch keine hin geschickt ? Muss nur Deutschland liefern, weil es das Ding seit 1970ern entwickelt und gebaut hat ? Wie viele Panzer, Raketenwerfer, wie viel Material und vor allem wie viele Menschen müssen noch vernichtet werden, bevor der kollektive Westen ein Einsehen hat, dass der Krieg damit nicht zu gewinnen ist ?
Der militär-analytische Blog Big Serge hat die aktuelle Front in der Ostukraine mit der “Blutmühle” von Verdun 1916 verglichen, in der 700.000 deutsche und französische Soldaten ihr Leben ließen. Seine Schätzung, dass auf ukrainischer Seite bisher 150.000 KIA (Killed In Action) und zwei bis drei Mal soviel Verwundete zu beklagen sind, scheint realistisch. Ebenso wie die Schätzung eines ukrainischen Generals, dass die Zahl der russischen “tubes”, der Rohre aus denen die Artillerie feuert, die der Ukraine aktuell um den Faktor 10 übersteigt. Wer glaubt, dass ein paar Dutzend Kampfpanzer da etwas richten, sollte  schleunigst zurück an die  World of Tanks – Konsole beordert werden, statt in Talkshows und Interviews.
Was hinter dem sinnlosen “Immer mehr, immer weiter” dieser mörderischen Materialschlacht steckt ist einmal mehr der Sinn fürs Geschäft: wer jetzt der Ukraine Leos liefert, bekommt gebrauchte US-Panzer als Ersatz – und Rumms sind die amerikanischen “Partner” mit Training, Ersatzteilen, Wartungsverträgen dick im Geschäft. Direkt an die Ukraine will das Pentagon seine Abrams-Panzer nicht liefern,  weil das Pleite-Regime in Kiew für  Anschlussverträge nichts auf Tasche hat.  Ein Schelm (bzw. Verschwörungstheoretiker), wer Böses dabei denkt… wie mit dem  Rumms  von “Nordstream 2” wird so unsere “Freiheit” verteidigt.

Die seit März 2022 immer wieder verbreitete Meldung westlicher Propagandaschleudern, dass den Russen “die Raketen ausgehen” und der Ukraine nur noch mehr  Waffen fehlen, um die Krim und die Donbass-Region zurück zu erobern, wird auch durch ständige Wiederholung nicht wahr, genau so wenig wie die anderen Berichte vom Kaliber “Feind schwach, Endsieg nah”, mit denen die “Blutmühle” immer weiter gefüttert wird. Unsere Väter haben 1941 ff. schon einmal mit Panzern versucht, Russland zu besiegen und die Knochenhaufen von Verdun zu ganzen Gebirgen mit Millionen Leichen noch überboten.

Das Ergebnis habe ich dann seit den 1970ern beim Transit nach Westberlin auf seinem Sockel kurz vor Dreilinden immer freudig und dankbar begrüßt:  den Panzer der sowjetischen Armee, der bis nach Berlin gerollt war, um Deutschland von der Nazi-Pest zu befreien. Ich habe wenig Zweifel, dass ein weiterer Versuch genau so enden wird, wobei es heute nicht mehr so vergleichsweise “gemütlich” wie einst mit dem Panzerchen T-34 und seinen Kollegen. Nicht nur weil der Westen es mit einer Nuklearmacht zu tun hat, sondern weil die Russen auch “konventionell” überlegen sind und es gegen Einschläge von  Kinzhal & Co. zu Hause keine Verteidigung  gibt – und an der Front  gegen “Penicilin” keine gute Abwehr. Ende Dezember wurden die russischen Truppen mit dem neuesten Gimmick der elektronischen Kriegsführung ausgestattet. Die nach dem Antibiotikum benannten Überwachunsgeräte können “Bakterien” – feindliche Radar-und Geschützstellungen – aufgrund von akustischen und Infrarot-Messungen lokalisieren, ohne selbst Radar-oder Funkwellen auszustrahlen. Irgendwo im Wald aufgestellt sind sie kaum zu entdecken, “riechen” Leoparden aber auf 30 Kilometer.  Insofern sollte Olaf,  statt schwere Leos im Schwarzen Loch Ukraine zu versenken, höchstens die T-34 aus dem Museum reaktivieren…
Also Schluss jetzt mit diesem Panzer-Porno!  Und ein dröhnendes “Schnauze!” an die verantwortungslosen  Presstitutes und Laptop-Bomber, die dazu lüstern lechzen und stöhnen –  in den ehemaligen “Qualitätsmedien”, wo sachliche Debatten und fachliche Analysen nicht mehr stattfinden. Wer die nüchterne Einschätzung und Beurteilung des Kriegs von wirklichen Fachleuten erfahren will – zum Beispiel von den Ex-Generälen Harald Kujat oder Erich Vad – muss in entlegenen Schweizer Magazinen (“Zeitgeschehen im Fokus”) oder Frauenzeitschriften (“Emma”) stöbern. Die Herren mögen die vielleicht erfahrensten Militärexperten in Deutschland sein – in den ehemaligen “Qualitätsmedien”, wo NATO-Callboys mit Strack-Zimmermann um die Wette stöhnen,  kommen sie nicht vor.

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Quelle

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