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Palmen an den Polen: Fossile Pflanzen enthüllen üppige Wälder des Eozäns

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Palmen und Strand passen bestens zusammen, dass sie einst auch an Nord- und Südpol wuchsen, scheint unmöglich. Uralte Fossilien belegen jedoch genau das und liefern Hinweise auf die Flora und Fauna vor 55 bis 40 Millionen Jahren, als ein wärmeres und feuchteres Klima die Erde beherrschte.

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Sonne pur, sommerliche Temperaturen und Palmen an Sandstränden verbinden wir heute mit +tropischen und subtropischen Gebieten. Dass Australien und die Antarktis einst von Palmen und anderen tropischen Pflanzen bedeckt waren, erscheint im ersten Moment dagegen surreal.

Seit Jahrzehnten sammelt der Paläobotaniker David Greenwood diese fossilen Pflanzen in Australien. Einige von ihnen sind so gut erhalten, dass man ihnen ihre Millionen Jahre kaum ansieht. Die gute Erhaltung der Fossilien nutzten Greenwood und sein Team aus, um einen detailreichen Einblick in die alte Welt, in der die Pflanzen einst gediehen, zu erhalten. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Zeitschrift „Paleoceanography & Paleoclimatology“.

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Australien war üppig grün

Die von den Forschern gesammelten Fossilien stammen aus der Zeit vor 55 bis 40 Millionen Jahren, dem Erdzeitalter des Eozäns. Damals war die Erde deutlich wärmer als heute – und feuchter. Am Nord- und Südpol wuchsen Palmen und überwiegend trockene Landmassen wie Australien verschwanden in üppigem Grün. Im Rahmen ihrer Forschung suchten die Wissenschaftler nach Anzeichen für Unterschiede in der Niederschlagsmenge und der Pflanzenproduktivität zwischen damals und heute.

Für die Umweltrekonstruktion konzentrierten sich Greenwood und seine Kollegen auf die Morphologie und die taxonomischen Merkmale von zwölf verschiedenen Pflanzenarten. So war es ihnen möglich, ein detaillierteres Bild davon zu erhalten, wie das Klima und die Produktivität in der Treibhauswelt des Eozäns aussahen. Dies ist möglich, da verschiedene Pflanzen nur unter bestimmten Bedingungen gedeihen.

„Wenn eine Pflanze zum Beispiel große Blätter hat, in der Sonne steht und nicht genug Wasser bekommt, beginnt sie zu schrumpeln und stirbt wegen der übermäßigen Verdunstung“, erklärt Tammo Reichgelt, Paläobotaniker von der University of Connecticut (USA) und Mitautor der Studie.

„Pflanzen mit großen Blättern geben zudem Wärme an ihre Umgebung ab. Der Fund eines großen fossilen Blattes bedeutet daher, dass diese Pflanze höchstwahrscheinlich nicht in einer Umgebung wuchs, die zu trocken oder zu kalt war, um übermäßige Verdunstung oder fühlbaren Wärmeverlust zu verursachen. Diese und andere Merkmale können mit der Umgebung in Verbindung gebracht werden. Außerdem können wir Fossilien mit der modernen Flora auf der ganzen Welt vergleichen und Ähnlichkeiten finden“, so Reichgelt weiter.

Weiterhin gibt die Zusammensetzung von gleichzeitig auftretenden Pflanzen einen Hinweis auf Klima und Umwelt. „Wenn man einen Berg hinauffährt, ändert sich die Zusammensetzung der Flora. Am Fuß des Berges kann es einen von Ahorn und Buche dominierten Laubwald geben. Je weiter man den Berg hinaufgeht, findet man jedoch mehr Fichten und Tannen“, erklärt Reichgelt.

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