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Russischer Wirtschaftsexperte: Starker Rubel hat auch seine Nachteile

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Der starke Rubel und die hohen Ölpreise dämmen die Inflation zwar vorübergehend ein, bringen aber auch negative Folgen für die russische Wirtschaft, warnte der Wirtschaftswissenschaftler Denis Domaschtschenko.

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Die gestiegenen Einnahmen aus dem Verkauf von Rohstoffen zu hohen Preisen und die Stärkung des Rubels könnten zur sogenannten „Holländischen Krankheit“ der russischen Wirtschaft führen, warnte der Wirtschaftswissenschaftler Denis Domaschtschenko. Dabei handelt es sich um ein ungünstiges Szenario, wenn ein starker Rohstoffsektor über eine Aufwertung der heimischen Währung den anderen Bereichen der Wirtschaft schadet.
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Der Begriff „Holländische Krankheit“ wurde erstmals im Jahr 1977 von der Zeitung The Economist verwendet, um den Niedergang des verarbeitenden Gewerbes in den Niederlanden nach der Entdeckung des großen Erdgasfeldes in Groningen im Jahr 1959 zu beschreiben.
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Der Zufluss von Devisen verringere zwar die Inflation im Land, bremse aber gleichzeitig die Entwicklung anderer Branchen, was zu einer Preisbeschleunigung führt, so Domaschtschenko. Er schätzt, dass sich der starke Rubel auf die Wettbewerbsfähigkeit der russischen Wirtschaft weltweit negativ auswirken wird. Abhilfe könnte laut dem Experten ein fester Rubelkurs anstelle eines frei schwankenden Wechselkurses schaffen. Diese Maßnahme könnte dazu beitragen, ein Gleichgewicht zwischen Inflation und dem Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten. Als Beispiel führte der Experte China an. Dort habe ein ähnlicher Mechanismus geholfen, die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren.
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Der Rubel hatte sich nach der Einführung westlicher Sanktionen zunächst auf eine Talfahrt begeben. Seit April verbucht er gegenüber dem US-Dollar und dem Euro aber wieder deutliche Kursgewinne. Ein Grund dafür sind unter anderem Devisenbeschränkungen der russischen Zentralbank sowie hohe Ölpreise. Am Dienstag verlor der US-Dollar gegenüber dem Rubel weiter an Wert und lag bei weniger als 57 Rubel, ein Tiefstand seit März 2018. Gegenüber dem Euro erreichte die russische Währung ihren besten Wert seit Juni 2015.
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Das russische Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung hat mittlerweile prognostiziert, dass die Aufwertung des Rubels gegenüber dem US-Dollar ihren Höhepunkt erreicht hat. „Die Importe und Kapitalströme werden sich an die neuen Bedingungen anpassen. Eine weitere Senkung des Leitzinses durch die russische Zentralbank dürfte dabei eine wichtige Rolle spielen“, sagte die Behörde zur Wirtschaftszeitung RBC.
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Quelle: russische Nachrichten
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