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Schwere Unwetter auf Malta

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Straßen überflutet, Autos weggespült, doch Flüchtlinge wurden bei rauer See und kaltem Wetter gezwungen, auf überfülltem Schiff auszuharren

Malta ist am Donnerstag von einem schweren Unwetter heimgesucht worden. Ein Video auf Twitter zeigt, wie Wassermassen durch die Straßen strömen und Autos mit sich fortreißen.

Der kleine Inselstaat, ein EU-Mitglied, liegt südlich von Sizilien. Der maltesische Zivilschutz spricht gegenüber der Times of Malta von einem der schwersten Stürme, die die Insel je getroffen haben.

Im Durchschnitt seien 76 Millimeter Niederschlag gefallen, aber an einer Station im am stärksten betroffenen Norden der Insel seien es 107,6 Millimeter in 24 Stunden gewesen. (Das entspricht 107, Litern pro Quadratmeter und ist mehr als der lokale Monatsdurchschnitt von 90 Millimetern.)

Ursache war eine von Algerien bis ins zentrale Mittelmeer reichende Region niedrigen Luftdrucks, in der feuchte Meeresluft aufsteigen, der Wasserdampf kondensieren und die resultierenden Wolken sich schließlich abregnen konnten.

Die Zeitung schreibt, dass dies nur das letzte in einer Reihe ungewöhnlicher Wetterereignisse gewesen sei. Der Oktober sei der feuchteste in 64 Jahren gewesen und nur in zwei anderen Oktobern in der örtlichen Datenreihe habe es noch mehr Niederschlag gegeben. Im vorhergehende Juni habe es die längste Hitzeperiode seit Menschengedenken gegeben.

 

461 erschöpfte Menschen an Bord

Derweil warteten unweit der maltesischen Gewässer einige Hundert Flüchtlinge auf Rettungsschiffen auf Erlaubnis, einen sicheren Hafen anlaufen zu können. Vom Schiff „SeaWatch 4“ wurde berichtet, dass viele trotz schlechten Wetters auf Deck ausharren müssten.

In der Nacht zum Freitag wurde der Notstand ausgerufen. Mit 461 Geretteten an Bord warte man schon seit acht Tagen auf Erlaubnis der italienischen Behörden. Die Menschen müssten dringend an Land, hieß es in einer Twitter-Meldung des Netzwerks „Seebrücke“. In einem Video schilderte ein Besatzungsmitglied die Situation an Bord. Eine Frau habe dort bereits ein Kind zur Welt gebracht. Inzwischen seien die Menschen völlig erschöpft. Es sei „nicht nur ihr Wunsch, sondern ihr Recht“, an Land zu gehen.

Am Nachmittag durfte die „SeaWatch 4“ schließlich im Hafen von Augusta anlegen, allerdings wurden die Geflüchteten im Lauf des Abends erst einmal auf Covid-19 getestet. „Wir hoffen, dass die Maßnahmen schnell durchgeführt werden und unsere Gäste bald endlich an Land gehen können“, teilte das „SeaWatch“-Team mit.

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