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Stoppt den Kryptowahnsinn

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Der Absturz von Bitcoin und Co ist ein Glück, die Welt braucht diese Innovation nicht

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Wer – wie der Autor dieser Zeilen – schon vor einem Jahrzehnt vor den konkreten Schäden und den potenziellen Gefahren von Kryptowährungen warnte, hat schwierige Jahre hinter sich. Nicht nur, dass der Kurs von Bitcoin fast ununterbrochen stieg und ständig neue virtuelle Pseudowährungen eingeführt wurden, die rasch ihre Fangemeinde fanden. Auch die großen Finanzinstitute stürzten sich, meist gedrängt von ihren Kunden, in das Geschäft mit Krypto und verwandelten ein Nischenphänomen in eine salonfähige Anlageklasse. Ganze Länder wie El Salvador erklärten Bitcoin zu ihrer offiziellen Währung.

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Jede einzelne Bitcoin-Transaktion erweist sich als Energiefresser, Zahlungen sind mühsam, riskant und meist teuer.
Foto: imago images/Fotostand

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Gleichzeitig wurden die Schattenseiten von Bitcoin und Co immer sichtbarer. Der unfassbar hohe Stromverbrauch beim sogenannten Mining – der Produktion neuer Bitcoin durch komplizierte, aber sinnlose Rechenaufgaben – ist angesichts der Klimakrise nirgendwo auf der Welt vertretbar. Jede einzelne Transaktion erweist sich als Energiefresser, Zahlungen mit Bitcoin sind mühsam, riskant und meist teuer. Dafür wurden Kryptowährungen zum unverzichtbaren Werkzeug für Kriminelle, vor allem im Internet und beim klassischen Anlagebetrug. Der Höhenflug der Kurse zog immer neue Gelder an und schuf damit eine neue Quelle von Instabilität im Finanzsektor.

Der Absturz von Bitcoin und der Totalkollaps anderer Kryptowährungen ist daher eine gute Nachricht. Je schneller der Traum vom schnellen Geld durch Krypto jetzt platzt, desto weniger werden Anleger in Zukunft für diesen Finanzschaum anfällig sein, der sich für nichts eignet als hochriskante Spekulation. Kryptoassets haben anders als Aktien, Anleihen oder klassische Währungen keinen materiellen Wert; ihr Kurs hängt immer nur davon ab, wie viel andere zu bezahlen bereit sind. Sie neigen nicht nur zur Blasenbildung, wie etwa Immobilien, sie sind eine einzige Blase.

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Geldwäsche

Die frühen Bitcoin-Apostel waren libertäre Ideologen mit der Überzeugung, dass man Geld aus den Händen von Regierungen und Notenbanken nehmen müsse, weil diese ihre Macht missbrauchten. Ein privates, dezentrales Geldsystem sei stabiler und sicherer, verkündeten sie. Ein Irrtum, wie man heute weiß. Zwar ist die dahinterstehende Blockchain-Technologie eine Innovation voll interessanter Anwendungsmöglichkeiten. Aber auch diese wurden bisher kaum verwirklicht – mit Ausnahme jener digitalen Kunstwerke, die unter dem Label NFT aberwitzige Preise erzielten.

Geht der Absturz weiter – ein Bitcoin kann genauso gut 200 Dollar wert sein wie 200.000 Dollar –, dann bleiben vor allem Gesetzesbrecher als Kryptonutzer übrig. Dies stellt Staaten vor eine große Herausforderung. Denn mit diesen digitalen Transaktionen lassen sich Maßnahmen gegen Geldwäsche und internationale Sanktionen leicht umgehen. Geldflüsse verschwinden aus dem Blickfeld der Behörden, womit noch mehr Steuern hinterzogen werden können – ein Horrorszenario in einer Zeit, in der Staaten viel investieren müssen.

Zum Glück ist es Behörden bereits gelungen, die Anonymität zu durchbrechen und Bitcoin-Zahlungen aufzudecken. Weitere technische Aufrüstung muss nun Hand in Hand mit immer strikterer Regulierung gehen, bis dieser Sektor wieder zu einer Nische für Tech-Freaks wird. Die Welt braucht viele technische Innovationen – Krypto gehört nicht dazu.

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Quelle

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