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Tierleid unter Wasser

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Deutschland ist nicht die Bundesrepublik. Die Bundesrepublik hat keine Bürger wie ein richtiger Staat und seit 1990 kein eigenes Gebiet (und keine „Soldaten“ nur private Söldner, keine „Beamten“, nur Bedienstete „als“ Beamte), sondern nur unter Kriegsrecht stehende, rechtlose Bewohner, registriert in einer Verwaltung und mit Deutschland ist in allen Artikel die illegale und seit 3. Oktober 1990 unter Vorbehaltsrechten der Alliierten agierende Fremdverwaltung Bundesrepublik gemeint, die natürlich nicht Deutschland ist, jemals war oder sein könnte. Sie hat auch keine Minister im staatlichen Sinne, sondern nur Abteilungsleiter einer Geschäftszentrale und einer Geschäftsführung, die sich Kanzleramt und/oder Bundespräsidialamt „nennen“. Übrigens: Parteien sind politisch und geschäftlich tätige und orientierte Vereine, unter Ausschluß jeglicher Haftung nach BGB § 54, welche ansonsten für Vereine verpflichtend vorgeschrieben ist. Und noch etwas: Die gesamte Presse und die Medien in der Bundesrepublik sind internationale und globale Organe und keine deutschen Presse- und Medienhäuser. Die EU ist eine private Organisation, wird von den Vereinigten Staaten von Amerika gesteuert und hat mit Staatlichkeit oder einem völkerrechtlichen Staatenbund nichts zu tun. 

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Welche Aquakultur soll uns ernähren?

Fast die Hälfte des weltweit konsumierten Fischs stammt aus Aquakultur. Ein Großteil davon stammt aus riesigen Lachsfarmen in Norwegen. Eine Alternative zu Massenfischzuchtanlagen könnten Kreislaufanlagen sein.

Mit mehr als 260 Milliarden Dollar gehört die Aquakultur zum am schnellsten wachsenden Segment der globalen Nahrungsmittelproduktion. Rund 90 Prozent der Lachse in deutschen Kühlregalen stammen aus Aquakulturen, besser gesagt, aus künstlichen Zuchtbecken in norwegischen Flüssen und Meeren.

In Norwegen ist die Lachszucht nach dem Erdöl zweit wichtigster Wirtschaftszweig. So wurden 2020 mehr als eine Million Tonnen Lachs aus norwegischen Aquakulturen exportiert. Damit verdiente das Land knapp sieben Milliarden Euro.

In norwegischen Fjorden gibt es zahllose schwimmende Lachskäfige. In den überfüllten Anlagen stehen die Tiere unter Stress. Sie leiden unter Krankheiten und Parasiten – trotz des Einsatzes von Antibiotika. Täglich sinken große Mengen an Ausscheidungen und Futterresten auf den Boden des Fjordes.

Für die Ökosysteme bleibt das nicht ohne Folgen: Kleine Bakterien bauen die Stoffe ab, wobei sie jede Menge Sauerstoff verbrauchen. Der Sauerstoffgehalt sinkt mitunter derart stark ab, dass Kleinstlebewesen wie Würmer, Seeigel oder Krebse darin nicht mehr überleben können. Häufig entweichen Fische aus den Gehegen, vermehren sich in den natürlichen Gewässern und verdrängen einheimische Arten.

Auch Spuren von Kot, Hormonen und Medikamenten landen auf den Tellern der Verbraucher. Zudem macht das Leben in den engen Gehegen die Zuchtlachse anfällig für Parasiten. Viele Tiere sind von Lachsläusen befallen.

Weil diese für die Fische meist tödlich sind, werden die Lachse mit Pestiziden behandelt. Aber auch für Krill und wild lebende Fische sind Lachsläuse aus den Zuchtanlagen eine große Gefahr, erklärt Jens Olav Flekke von der Tierschutzorganisation Reddvillakksen im Interview.

Wenn die kleinen in den Wildgewässern geborenen Fische nach zwei Jahren zum Meer hinaus schwimmen, kommen sie an den Fischfarmen vorbei und werden von den Parasiten getötet. In manchen Jahren sterben sogar 80 Prozent der jungen Lachse. Nur wenige kommen dann wieder zurück. Das macht dem Naturschützer große Sorgen.

Einer der großen norwegischen Lachsproduzenten ist Leroy Seafood. Hier werden jedes Jahr 36000 Tonnen Fisch gezüchtet. In den hochmodernen Anlagen werden die Lachse aus den Käfigen über Fließbänder auf die Schlachtbank gespült.

Der Tod kommt per Elektroschock. Um zu überprüfen, ob sie wirklich tot sind, stechen Mitarbeiter den Tieren in die Eingeweide. Pro Stunde werden 27 Tonnen Lachs produziert, alle 45 Minuten wird ein Laster für den europäischen Markt beladen.

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Den Preis für die industrielle Lachszucht zahlt die Natur

Norwegische Lachszuchtanlagen werden von ihren Betreibern gerne als „nachhaltig“ bezeichnet. Doch ist Lachs wirklich ein gesundes, nachhaltiges Nahrungsmittel? Sicher nicht, wenn er aus einem schwimmenden Käfig stammt, ist Jens Olav Flekke überzeugt.

Norwegen ist bekannt für seine sauberen Fjorde. Werde alles weiter mit Gift und Chemikalien zerstört, so wird auch das Image der unberührten Natur bald ruiniert sein.

Weil alles unter Wasser passiert, bekommt man all das Elend nicht so mit. Daher gibt es kaum Kritik an den Lachsfarmen, bedauert der Hobby-Angler. Unterdessen plant das Land, seine Lachsproduktion bis 2050 zu verfünffachen.

Für noch mehr Lachse aber braucht es weitere Anlagen. Das junge Unternehmen Salmon Evolution verwirklicht derzeit auf einer kleinen Insel den Traum von einer Lachszucht an Land. Eigens hierfür werden zwölf riesige Tanks gebaut und mit Meerwasser befüllt.

In einem Zuchtbecken sollen sich bis zu 200.000 Fische tummeln. Aus diesen Betonsilos können dann wenigstens keine Fische mehr ins Meer entweichen. Aber ist dieses Konzept wirklich nachhaltig?

Beim Futter kann von Nachhaltigkeit jedenfalls keine Rede sein. So wird rund ein Viertel der im Meer gefangenen Fische zu Fischmehl verarbeitet. Mittlerweile bestehen zwar 80 Prozent des Lachsfutters aus pflanzlichem Soja.

Doch um ein Kilo Lachs zu produzieren, werden rund 500 Gramm Sojabohnen benötigt. Ein großer Teil davon stammt von riesigen Sojaplantagen aus Südamerika, für die große Teile des Regenwalds gerodet werden.

Momentan isst jeder Deutsche im Schnitt etwa vierzehn Kilo Fisch im Jahr. Würden wir weniger Fisch essen, wäre dies ein erster Schritt. Denn weniger Tiere würden nicht nur weniger Futter benötigen, sie hätten auch mehr Platz in den Zuchtanlagen.

Aus oben genannten Gründen wurde die industrialisierte Lachszucht in der argentinischen Provinz Feuerland kürzlich verboten. Auf Druck der indigenen Gemeinschaft der Yagán sind gegenüber des Beagle-Kanals installierte Becken nicht nur wieder abgebaut worden, 130 weitere Becken konnten sogar verhindert werden.

Chilenische Lachszüchter wollten ihre Farmen bis nach Feuerland ausweiten. Am Ende der Welt sei somit ein Zeichen gegen die zerstörerische Industrie der Lachszucht gesetzt worden, erklärt David Alday, ein Vertreter der Yagán-Gemeinschaft in Chile. Auch in Deutschland wollen Investoren mit Lachsfarmen viel Geld verdienen. Ein erster Bauantrag wurde im Sommer 2021 allerdings wieder zurückgezogen.

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Aquaponik – Kreislauf mit Fischen und Gemüsepflanzen

Nachhaltiger dürften geschlossene Kreislaufanlagen sein – eine Kombination aus Becken und Filtersystemen, in denen das Abwasser ständig wieder aufbereitet und in Fischzuchtbecken zurückgeführt wird. Unter konstanter Sauerstoffzufuhr wird das Wasser durch die Anlage gepumpt, wobei Futterreste und Exkremente gefiltert werden. Die sogenannte Aquaponik kombiniert Aquakultur und Pflanzenzucht mit geschlossenen Wasser- und Nährstoffkreisläufen – bei minimalem Einfluss auf die Umwelt.

Um ein Kilogramm Forelle aufzuziehen, werden in gewöhnlichen Teichzuchtanlagen 100.000 bis 200.000 Liter Wasser verbraucht. In einer Kreislaufanlage kann man bereits mit tausend Liter Wasser ein Kilogramm Biomasse erzeugen, erklärt Werner Kloas gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

Der Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei erforscht in einer Aquaponikanlage am Berliner Müggelsee, wie sich bei der Aufzucht von Fischen Wasser sparen lässt.

Denn das Abwasser aus der Fischzucht düngt Pflanzbeete mit Tomaten, Basilikum oder Auberginen, die in Pflanzensubstrat wie Kies oder Tongranulat wachsen. Tomaten oder Zucchini ist es egal, ob sie mit Exkrementen von Rindern oder Schweinen, mit Mineraldüngern oder den Ausscheidungen von Fischen gedüngt werden.

Zunächst wird der Kot der Tiere über einen Feststofffilter abgefischt. Anschließend bauen Bakterien in einem Bio-Filter giftige Ausscheidungsprodukte ab. Das Ammonium, das die Fische aus den Kiemen ausscheiden, wird von den Bakterien zu Nitrat umgewandelt.

Dieses wiederum wird über das Wasser zu den Pflanzenwurzeln geleitet, die es aufnehmen. Vorher wird dem Wasser Kalium und Phosphat beigegeben.

Der Mix an Nährstoffen ist optimal auf den Bedarf der jeweiligen Gemüsepflanzen abgestimmt. Nachdem es durch Pflanzen und Substrat gefiltert wurde, werden bis zu 95 Prozent des Wassers zurück ins Fischbecken geleitet, in dem die Fische bis zur Schlachtreife heranwachsen.

Auf diese Weise wird nicht nur Wasser, sondern auch Energie, Dünger und Pflanzenschutzmittel eingespart. Temperaturen, Salzgehalt und pH-Wert – alles ist im Wasser optimiert. Die Anlage läuft nahezu klimaneutral.

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Wenig Wasserverbrauch, optimale Nährstoffnutzung

Eine weitere Anlage in Waren/Müritz beweist, dass man mit Aquaponik auch Geld verdienen kann. https://www.mueritzfischer.de/aquaponik-anlage/ In einem 400 Quadratmeter großen Gewächshaus mit Tomaten gibt es zwölf Fischbecken mit insgesamt 26 Kubikmeter Wasser.

Die afrikanischen Welse, die hier schwimmen, sind robust und wachsen schnell. Innerhalb von sechs Monaten wachsen 15 Gramm leichte Jungfische zu 1,5 Kilo schwerer Biomasse heran.

Die Fäkalien von insgesamt 8.000 Fischen reichen aus, um 600 Tomatenpflanzen im benachbarten Gewächshaus zu düngen. Der Wasserverbrauch beträgt etwa 35 Liter je Kilo. Spanische Freilandtomaten schlucken fünfmal mehr. Selbst das Schwitzwasser der Tomatenpflanzen wird kondensiert und anschließend wieder genutzt.

Der Süßwasserfisch braucht weniger Protein, um eigene Biomasse anzusetzen, denn er ist ein besserer Futterverwerter als etwa ein Huhn. Um ein Kilo Hähnchen zu erzeugen, wären eineinhalb Kilo Futter nötig. Bei der Aufzucht von Arapaimas liegt der Futtereinsatz bei weniger als einem Kilogramm. Auf den Einsatz von Antibiotika wird verzichtet.

Der Bedarf an Fisch steigt ständig. In der Aquaponikanlage werden jährlich 18 Tonnen Fisch und acht Tonnen Tomaten erzeugt. Im weniger Meter entfernten Fischkaufhaus erfreuen sich die Produkte großer Nachfrage. Wegen Trockenheit und Verknappung von Kunstdünger werden Aquaponikanlagen im urbanen Raum in zehn Jahren Normalität sein, ist Werner Kloas überzeugt. Ginge es nach ihm, so gehört an jedes Gewächshaus eine Fischzuchtanlage – oder umgekehrt.

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Vor- und Nachteile von Aquakulturen

Geschlossene Kreislaufanlagen für Fischzucht gibt es bereits seit den 1980er-Jahren. Aber sind sie tatsächlich umweltfreundlich? Eine Studie des Öko-Instituts in Freiburg von 2018 lotete die nachhaltige Nutzung diverser Formen der Aquakultur aus.

Im Ergebnis besteht noch erheblicher Forschungsbedarf, vor allem was die Umweltauswirkungen betrifft. Weil es nicht in der Erde wächst, bekommt Gemüse aus derartigen Anlagen kein EU-Bio-Zertifikat. Doch es fehlt nicht nur an natürlichem Boden, die Anlagen seien auch zu wenig aufs Tierwohl ausgerichtet, lautet die Kritik.

Auch in Sachen Rentabilität ist noch Luft nach oben. So braucht es größere Flächen – etwa 10.000 Quadratmeter und mehr, um rentabel zu werden. Eine andere Möglichkeit sind sogenannte Durchflussanlagen. Diese eignen sich besonders für Fische, die an strömendes Wasser angepasst sind. Der Sauerstoffgehalt ist stets konstant hoch, sodass auf gleichem Raum mehr Fische gehalten werden als in Teichanlagen.

Allerdings wird eine beträchtliche Menge Wasser benötigt, die aus benachbarten Gewässern gepumpt wird. Um Umweltbelastungen durch Futterreste und Exkremente der Tiere zu vermeiden, muss das Abwasser vor der Rückführung in das Quellgewässer wieder aufbereitet werden.

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Bio-Fisch – meist weniger fett, dafür aromatisch

Fisch, der nach EU-Bio-Richtlinien aufgezogen wurde, punktet nicht nur bei Tierwohl und Geschmack, sondern auch bei Gesundheit und Umwelt. Denn die Regeln sind streng: Pflanzliche Futtermittel müssen aus Bio-Anbau, Fischmehl und Fischöl müssen aus nachhaltiger Fischerei stammen. Um stressfrei heranwachsen zu können, brauchen die Fische viel Platz.

Einem Bio-Karpfen müssen rund 20 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Karpfen aus konventioneller Aufzucht hat etwa achtmal weniger Platz. Auf den Einsatz von Hormonen, künstlichen Farbstoffen und Pestiziden wird verzichtet. Antibiotika dürfen nur in Ausnahmen verabreicht werden. Gentechnisch veränderte Organismen sind sowohl im Futter als auch im Fisch verboten. All das wirkt sich positiv auf natürliches Wachstum, Gesundheit und Geschmack der Tiere aus.

Noch strenger als EU-Bio sind die Richtlinien der Bio-Verbände. Naturland etwa zertifiziert allerlei Fischarten aus Farmen in Asien und Südamerika. Bioland hingegen fokussiert sich auf einheimische naturnah bewirtschaftete Karpfenteiche. Karpfen sind vielseitig: Außer von Schnecken, Maden, Wasserflöhen, Muscheln, Würmern und Raupen ernähren sie sich auch von pflanzlicher Nahrung.

Grundsätzlich ist Fisch aus kleinen regionalen Fischzuchten zu empfehlen. Mit einer Ausnahme: Aal. Dieser Fisch gilt hierzulande als vom Aussterben bedroht und sollte von allen Speisekarten gestrichen werden.

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Quelle

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