Neuigkeiten / Berichte / Bild + Videoinformationen

Umweltaktivist: Warnungen vor bevorstehender Klimakatastrophe stark übertrieben

.
„Wenn man die Grafik groß genug macht und sich einen bestimmten Zeitraum herauspickt, kann man alles erschreckend aussehen lassen. Es ist wirklich das, was sie uns nicht zeigen“, sagt der langjährige Umweltaktivist Michael Shellenberger.

António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), bezeichnete den neuesten IPCC-Klimabericht als ein „Alarmzeichen für die Menschheit“. Wie sollten die Menschen die Ergebnisse des Berichts verstehen? Was verschweigen uns Journalisten heute oft, wenn es um Hitzewellen, Waldbrände und den Anstieg des Meeresspiegels geht? Michael Shellenberger ist Gründer und Präsident der gemeinnützigen Organisation „Environmental Progress“ und Autor des Buches „Apocalypse Never: Why Environmental Alarmism Hurts Us All“ – „Weltuntergang nie: Warum Umweltalarmismus uns allen schadet“.

Shellenberger wurde 2008 vom „Time“-Magazin zum „Helden der Umwelt“ ernannt und wurde unter anderem damit beauftragt, den IPCC gegenzulesen. Er hat keine Zweifel an menschlichem Einfluss auf den Klimawandel. Allerdings hält er Planwirtschaft und Antihumanismus nicht für taugliche Lösungen. Im Interview mit Jan Jekielek von The Epoch Times spricht er über Klimahysterie und die Rolle des Menschen als hilfloses Opfer.

Epoch Times: Michael Shellenberger, es ist eine Freude, Sie wieder bei „American Thought Leaders“ zu haben.

Michael Shellenberger: Danke, dass ich wieder dabei sein darf, Jan.

ET: Michael, es gibt eine Menge neuer Informationen und Berichte zum Klimawandel und den steigenden Temperaturen. Vor einigen Wochen habe ich einen Artikel in „USA Today“ gelesen, in dem es um die Ergebnisse der NOAA [National Oceanic and Atmospheric Administration, US-amerikanisches Institut für Ozeanografie und Atmosphärenforschung] ging. Der Juli war demnach im Grunde der heißeste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, und dass dies eine Art Untergang bedeute. Was sind Ihre Gedanken dazu?

Shellenberger: Ja, der Klimawandel ist real. Die Erde wird immer wärmer. Seit der vorindustriellen Zeit hat sie sich um etwa ein Grad Celsius erwärmt. Es war ein heißes Jahrzehnt, aber die 1930er-Jahre sind nach wie vor die Zeit, in der die Hitzewellen am stärksten ausfielen. Die Wahrscheinlichkeit, an einem extremen Wetterereignis zu sterben, ist für den Durchschnittsmenschen um über 99 Prozent gesunken. Die Zahl der Todesfälle durch Naturkatastrophen ist insgesamt um 90 Prozent zurückgegangen.

Wir produzieren 25 Prozent mehr Lebensmittel als wir brauchen. Es gibt keine Schätzung, dass uns die Nahrungsmittel ausgehen. Wir haben uns sehr gut an den Anstieg des Meeresspiegels angepasst und werden uns auch weiterhin gut daran anpassen.

Die Niederlande sind ein Land, in dem viele Teile sieben Meter unter dem Meeresspiegel liegen. Das Intergovernmental Panel on Climate Change [IPCC, Interstaatliches Gremium für den Klimawandel], das gerade einen Bericht vorgelegt hat, schätzt den Anstieg des Meeresspiegels im Durchschnitt auf etwa einen halben Meter.

Ich wehre mich also dagegen, dass die Menschen als gefährdet oder besonders verwundbar dargestellt werden. Wir sind widerstandsfähiger und sicherer als je zuvor – auch wenn wir einen Anstieg von Angstzuständen und Depressionen beobachten. Letzteres gilt insbesondere für junge Menschen, was wahrscheinlich auf die sozialen Medien zurückzuführen ist. Die Botschaft, die die Menschen hören müssen, ist, dass die große Mehrheit der Umwelttrends in die richtige Richtung geht, einschließlich des Klimawandels.

ET: Das ist faszinierend. Natürlich hatten wir eine ganze Reihe von Schlagzeilen, als der neue IPCC-Bericht herauskam. Ich habe sofort an Sie gedacht, denn es gibt einen Bericht der „Financial Times“, in dem eine Grafik zu dem dramatischen Temperaturanstieg gezeigt wird. Ich werde hier etwas zitieren: „Die Menschheit steht am Rande einer Katastrophe, aber mit kreativem Denken und kollektivem Willen haben wir vielleicht noch Zeit, die Katastrophe abzuwenden.“ Das ist eine ganz andere Sprache und eine ganz andere Botschaft als das, was Sie vorschlagen – polare Gegensätze, eigentlich.

Shellenberger: Das ist es wirklich. Die Mitteilungen der Vereinten Nationen waren unverantwortlich. Der Slogan, den sie am Tag der Veröffentlichung des IPCC-Berichts veröffentlichten, lautete „Keiner ist sicher“. Nun, praktisch gesehen ist das wohl wahr. Wir werden alle irgendwann sterben, aber das ist zutiefst irreführend.

Die „Financial Times“ hat mit „grafischer Zauberei“ eine beängstigende Grafik erstellt. Wenn man die Grafik groß genug macht und einen bestimmten Zeitraum auswählt, kann man alles erschreckend aussehen lassen. Es ist wirklich das, was sie einem nicht zeigen. Sie zeigen nicht den starken Anstieg der Nahrungsmittelüberschüsse. Sie zeigen nicht die Tatsache, dass wir diese unglaublichen Hochwasserschutzsysteme haben.

Quelle