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UNSER RECHT AUF DASEIN

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Immer wieder begegnete mir in den letzten Jahrzehnten der Freizeitgesellschaft das Klagen über Zwänge, Zeitnot und mangelnde Selbstbestimmtheit. Die Alltagsmühle. Der Wunsch nach der Verfügung über die eigene Lebenszeit. Er steht auch bei mir ganz weit oben auf der Prioritätenliste.

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Wann immer ich auf Kommandos anderer zu hören hatte (es war selten genug), die mir noch dazu nicht einleuchteten, kam es zum Crash. Ich entschied also sehr früh, solchen Situationen als Selbständiger aus dem Weg zu gehen. Ich entscheide als Alphatier heute weitgehend selbst über den Ablauf meines Tages. Um dahin zu kommen, habe ich viele Jahre ziemlich hart gearbeitet und auf vieles verzichtet, das heute ganz selbstverständlich zum Anspruchsdenken jüngerer Generationen gehört. Ohne eigene Vorleistung, versteht sich. Dieser Zusammenhang ist im Wohlstand verblasst. Fortschritt hat Kehrseiten, die schlecht zu verhindern sind.

Wie ist das nun mit der zukünftigen Reichtumsverteilung, zu der auch die Ressource Zeit gehört? Zuerst hatte ich aus den (mit Finanzangelegenheiten zumeist völlig überforderten) Künstlerkreisen die Forderung vernommen, man müsse seinen Reflektionen der Welt endlich bedingungslos nachgehen können. Die angeführten Aussichten klangen plausibel. Es wäre, befördert durch die Möglichkeiten der Automatisierung, nun endlich an der Zeit, das „Natur- und Leben vernichtendes Zeitdilemma“ durch ein neues „entschleunigtes Bewusstsein” zu ersetzen.

Freiräume für Bildung, Kreativität, Kultur und sogar Unternehmergeist entstünden erst, wenn Menschen sich und ihre Arbeitskraft nicht mehr verkaufen müssten, sondern ihnen die notwendigen finanziellen Zuwendungen bedingungslos zustünden. Der Sinn des Menschseins bestünde nicht in Mühen und Arbeit sondern in freier Entfaltung. Gemeint war hier keineswegs eine Art Existenzminimum (das aufgrund seiner erstaunlichen Definition in Deutschland bereits seit langem zu massenhafter Wohlfahrtsmigration führt), sondern die Befreiung von jeglichen Zwängen in Form eines durchaus erheblichen dauerhaften Einkommens, das wie von Geisterhand monatlich auf dem Konto erscheint.

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Freiheit lässt sich nicht übertragen

Der Wunsch nach weitgehender Selbstbestimmung abseits des Monetären besteht in weiten Teilen der Gesellschaft. Aber längst nicht bei jedem. Irgendwann stellte ich sogar erstaunt fest, dass sich meine Vorstellung von Freiheit keineswegs auf andere übertragen ließ. Ganz im Gegenteil: Die Mehrzahl der Menschen braucht täglich klare Ansagen. Sie finden sich ohne ständige Fremdbestimmung im Leben kaum noch zurecht. Die Behauptung also, Menschen könnten grundsätzlich erst kreativ und frei sein, sich selbst verwirklichen, wenn sie von der erdrückenden Arbeit den Zwängen des Marktes und des Geldes entlastet würden, erscheint keineswegs zwingend.

Sie liefert aber sehr vielen, weit weniger eloquenten und befähigten Zeitgenossen eine willkommene Begründung für ihr reklamiertes Recht auf Wohlstand. Ohne relevante Gegenleistung. Ob ein Zustand stetiger Umverteilung von Gewinnern hin zu sympathischen Meditierenden und Verlierern oder unsympathischen Faulen und Betrügern einen Freiheitsgewinn darstellt, ist die Frage. Und dennoch scheint jetzt die Zeit überall reif, im Zuge des großen Reset endlich diese Verteilung in Gang zu setzen. Die Forderung nach staatlich organisierten Umschichtungen mit Sondersteuern, Vermögensabgaben, Immobilienbesteuerungen, Enteignungen, Digitalgeld, Mietendeckeln, Wohngeld und dem bedingungslosen Einkommen ist so laut wie nie.

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